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Nachdem Friedrich Wilhelm I. König geworden war, ließ
er Berlin und damit auch die Friedrichstadt erheblich vergrößern.
Innerhalb der Friedrichstadt-Erweiterung wurde 1731 die Husarenstraße
angelegt. Nach dem Tod von Friedrich Wilhelm I. wurde sie nach
ihm umbenannt.
Im nördlichen Teil der Straße entstanden viele Palais
von Ministern und persönlichen Vertrauten des Königs,
wie zum Beispiel Samuel von Marschall. Drei dieser Palais bekamen
durch einen Ehrenhof eine besonders repräsentative Gestaltung.
Das Palais Schwerin (benannt nach Kurt Christoph von Schwerin),
später Palais des Reichspräsidenten, das Palais Schulenburg,
danach Reichskanzlei und das Palais Vernezobre, später umgebaut
zum Prinz-Albrecht-Palais.
Im südlichen Ende der Straße siedelte sich ab 1737
die aus Böhmen nach Berlin gekommene Herrnhuter Brüdergemeine
an.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts nahmen wichtige Ministerien Preußens
ihren Sitz in der Straße. Ab 1871 folgten Regierungsbehörden
des Deutschen Reiches. Ausländische Botschaften bauten in
direkter Nähe. Nach 1933 richteten sich die Schaltzentralen
des Nationalsozialismus an der Wilhelmstraße ein.
Viele Gebäude erhielten während des Zweiten Weltkrieges
schwere Schäden durch Bomben oder Straßenkämpfe
und wurden nach 1945 abgerissen. Zwischen der Behren- und der
Voßstraße wurden in den späten 1980er-Jahren
Wohn- und Geschäftshäuser in Plattenbauweise errichtet.
Sie erhielten relativ aufwendige Fassaden und waren ein beliebtes
Domizil der DDR-Nomenklatura.
Heute versucht die Stiftung Topographie des Terrors, die Straße
unter dem Begriff Geschichtsmeile Wilhelmstraße in ihren
historischen Bezügen für die Öffentlichkeit aufzuarbeiten.
Auf Initiative des Abgeordnetenhauses von Berlin weist eine ständige
Straßenausstellung mit gläsernen Infotafeln auf die
Standorte früherer Institutionen hin.
In der Wilhelmstraße befanden sich vor 1945 unter anderem
folgende Gebäude:
Reichsschatzamt (Reichsfinanzministerium) (Nr. 61)
Reichskolonialamt (Nr. 62)
Preußisches Staatsministerium (Nr. 63)
Geheimes Zivilkabinett (Nr. 64)
Preußisches Justizministerium (Nr. 65)
Preußisches Kultusministerium (Nr. 68)
Britische Botschaft (Nr. 70)
Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft (Nr.
72)
Palais des Reichspräsidenten der Weimarer Republik (Nr. 73)
Reichskanzleramt (Nr. 74)
Auswärtiges Amt (Nr. 75/76)
Alte Reichskanzlei (Nr. 77)
Erweiterungsbau zur Reichskanzlei (Nr. 78)
Neue Reichskanzlei (Ecke Wilhelmstraße/Voßstraße)
Reichsverkehrsministerium (Nr. 79/80)
Reichsluftfahrtministerium (Nr. 8185)
Prinz-Albrecht-Palais (Nr. 102/103 und 106), Sitz des Sicherheitsdienstes
des Reichsführers-SS, Büro des Chefs der Sicherheitspolizei
bzw. ab 1939 des Leiters des Reichssicherheitshauptamtes und Personalverwaltung
des Reichssicherheitshauptamtes
Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda
(Wilhelmplatz 8/9)
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