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Weser
Die Weser ist ein 452 km langer Strom (großer Meereszufluss)
und in ganzer Länge Bundeswasserstraße.
Die Weser entsteht in Hann. Münden aus der Vereinigung von
Werra und Fulda und durchfließt Hessen, Nordrhein-Westfalen,
Niedersachsen und Bremen, teilweise als Grenzfluss zwischen diesen
Ländern. Ihr Einzugsgebiet umfasst außerdem Teile von
Thüringen und Sachsen-Anhalt.
Die latinisierte Form des Flussnamens ist VISURGIS und findet
sich in alten römischen Quellen und frühmittelalterlichen
Chroniken. Ab dem 8. Jahrhundert sind die germanischen Namensformen
Wisura, Wisera, Wisora, Wisara oder Wisuraha überliefert,
z.B. Wisara in einer altnordischen Version der Wieland-Sage im
dänischen Codex Regis von 1270). Noch bei Adam von Bremen
heißt es 1075 ausdrücklich: Nobilissimi Saxoniae fluvii
sunt Albis, Sala, Wisara, qui nunc Wissula vel Wirraha nuncupatur.
(Die hervorragendsten Flüsse Sachsens sind die Elbe,
die Saale und die Wisara, die man jetzt auch Wissula oder Wirraha
nennt.) Es ist also anzunehmen, dass es sich bei Weser und
Werra in alter Zeit um ein und denselben Namen gehandelt hat,
wobei es im Laufe der Zeit durch regionale sprachliche Ausdifferenzierung
zu einer begrifflichen Trennung des Oberlaufes vom übrigen
Fluss gekommen ist. Unterstützt wird die Annahme dadurch,
dass die Grenze zwischen dem nieder- und oberdeutschen Sprachraum
ziemlich genau bei Münden verlief, wobei aus der oberdeutschen
Form "Wirra" sich "Werra" entwickelt hat.
Die niederdeutsche Form de Wersern oder de Werser enthält
noch heute beide Mittelkonsonanten.
Der Name Wisara wurde früher als die Wiesenreiche oder das
Wiesenwasser gedeutet. Heute nimmt man eher an, dass er auf eine
indoeuropäische Wurzel namens *ueis/*uis = zerfließen,
fließen zurückgeht. Urverwandte Namen finden sich in
ganz Europa, von der polnischen Wisla (Weichsel) über die
norwegisch-schwedische Visa bis hin zur französischen Vézère
(einem Zufluss der Dordogne) und der belgischen Vesdre.
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