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Trave
Die Trave (lat. Travena oder ptolemäisch Chalusus Fluvius)
ist ein 124 km langer Fluss bzw. Strom in Schleswig-Holstein,
der in die Ostsee mündet.
Die Trave entspringt im Kreis Ostholstein nicht ganz auf halber
Luftlinie zwischen Lübeck und Plön bei Glasau im holsteinischen
Hügelland. Dort liegt ihre Quelle nur wenige Kilometer nördlich
von Ahrensbök in Gießelrade. Von dort fließt
sie in alten Schmelzwasserbetten der letzten Eiszeit und zuerst
in südwestlicher Richtung durch den Wardersee nach Bad Segeberg
und dann weiter in Richtung Süden nach Bad Oldesloe. Dort
knickt sie nach Osten ab, um erst südlich an Reinfeld vorbeizufließen
und dann bei Hamberge und Moisling nach Lübeck zu gelangen.
Sie durchfließt das Stadtgebiet, in dem der Elbe-Lübeck-Kanal
und der Lübecker Stadtgraben abzweigen. An der Alten Trave,
einem toten Arm des Flusses, liegt das nach dem früheren
Fischwehr benannte Traditionslokal Lachswehr. Am Lübecker
Dom, an der Musikhochschule, den Salzspeichern, dem Holstentor
und den Media Docks vorbei erreicht die Trave zunächst die
durch einen Durchstich im 19. Jahrhundert künstlich entstandene
Teerhofinsel und die Schwartaumündung mit Liubice linkerhand,
rechts den Schellbruch und das malerische Fischerdorf Gothmund,
durchfließt dann Herrenwyk, wo der Fluss vom Herrentunnel
unterquert wird, und Schlutup.
Danach wird es hinter dem rechten Ufer mecklenburgisch. Die Trave
durchbricht in diesem Abschnitt als Förde den Baltischen
Landrücken. Am Dummersdorfer Ufer mit seiner Stülper
Huk vorbei erreicht sie den Skandinavienkai auf der Höhe
der Pötenitzer Wiek, in der aus dem Dassower See das Wasser
der Stepenitz zufließt. Nur wenige Hundert Meter weiter
nördlich mündet die Trave zwischen Travemünde und
dem Priwall in die Lübecker Bucht. Das Einzugsgebiet der
Trave umfasst 2.676 km².
Die Trave ist zwischen Lübeck und der Ostsee eine wichtige
Schifffahrtsstraße mit Lotsenpflicht für Seeschiffe.
Aus diesem Grunde wurde der Lauf der Trave in der Vergangenheit
mehrfach korrigiert. Die 1. Travekorrektion erfolgte in den Jahren
1850 - 54; verbunden mit einem Durchstich bei der Herrenfähre
wurde das Fahrwasser auf durchgängig mindestens 4 m vertieft.
1882 entstand im Zuge der 2. Travekorrektion (1878 - 83) durch
einen Durchstich die Teerhofinsel. Die Revierfahrt wurde so durch
den Lübecker Wasserbaudirektor Louis Martiny mit seinem Mitarbeiter
Peter Rehder erheblich verkürzt und das Fahrwasser auf 5
m Mindesttiefe vertieft. In der 3. Travekorrektion (1902 - 08)
wurde das Fahrwasser durch den Wasserbaudirektor Rehder zwischen
der Reede vor Travemünde und den Lübecker Stadthäfen
erneut, diesmal auf durchgängig 7,5 m vertieft, 1912 waren
durchgängig bis Lübeck 8 m erreicht. Der Schiffsverkehr
wird von einer Revierzentrale in der Nähe des Travemünder
Leuchturms kontrolliert. Für die Ansteuerung Travemündes
ist der Leuchtturm ohne Bedeutung, das Leuchtfeuer befindet sich
heute auf dem Dach des Maritim.
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