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Architektur und Kirchengeschichte der St. Andreaskirche
Die St. Andreaskirche wurde als Backsteinbau von dem Architekten
und Hofbaurat Heinrich Strack entworfen und in den Jahren 1853
bis 1856 unter Leitung des Stadtbaurats Gustav Holtzmann und des
Baumeisters Geiseler erbaut. Sie nahm eine Grundfläche von
34,12 Metern in der Länge und 19,15 Metern in der Breite
ein, die Höhe des Kirchenschiffs betrug 16,70 Meter, die
Turmhöhe 59,62 Meter. Als Baukosten fielen 199.236 Goldmark
an.
Es handelte sich um eine dreischiffige Basilika im Rundbogenstil
mit Emporen und Holzdecken, die halbrunde und fensterlose Apsis
war mit einer Halbkuppel überwölbt. Die beiden Sakristeien
waren hinter der Chornische als ringförmige, niedrige Anschlussbauten
herumgeführt. An der Front stand für die Nebeneingänge
und Treppen ein kurzes Querhaus, dessen Mitte der unten rechteckige,
nach oben hin erst quadratische und zuletzt achteckige Turm mit
einem eisernen in Zink verkleideten Helm einnahm. Im Innern waren
die Arkadenpfeiler, welche die Emporen trugen, aus Sandstein.
Kirchengeschichte [Bearbeiten]
Die Kirche wurde für die 1854 als Tochtergemeinde der Georgenkirche
entstandene Gemeinde erst als namenlose Kirche gebaut. Dies sollte
bereits im Frühjahr 1848 geschehen, der Baubeginn wurde allerdings
durch wütende Anwohner verhindert und im Hinblick auf die
gerade erfolgte Märzrevolution 1848 aufgegeben. Stattdessen
begannen die Baubehörden mit dem Bau der St. Markuskirche,
ebenfalls für eine Tochtergemeinde der Georgenkirche, an
der Weberstraße.
Am 19. Juli 1854 erfolgte die Grundsteinlegung für die Andreaskirche,
bereits im November des gleichen Jahres konnte das Richtfest begangen
werden. Erst im Januar 1855 wurde die Kirche auf königlichen
Beschluss als Ehrerweisung an den russischen Zaren Nikolaus I.,
den Ehemann der preußischen Prinzessin Charlotte, nach dem
Apostel Andreas benannt, dem Schutzpatron Russlands. Die Einweihung
erfolgte im Oktober 1856 unter Anwesenheit des Königs Friedrich
Wilhelm IV. Die Vossische Zeitung schrieb dazu:
Nicht nur das Portal, sondern auch die übrigen Eingänge
waren mit Laubgewinden und Kränzen geziert. Die Feier begann
gleich nach 11 Uhr, nachdem S.M. der König das Schiff der
Kirche betreten hatte.
Am 8. Mai 1944 wurde die St. Andreaskirche bei einem Bombenangriff
auf Friedrichshain getroffen und brannte aus, die Überreste
wurden am 12. Januar 1949 gesprengt.
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