Orthodoxe Synagoge Fraenkelufer
Orthodoxe Synagoge Fraenkelufer
Die Orthodoxe Synagoge am Fraenkelufer in Berlin-Kreuzberg wurde
zwischen 1913 und 1916 von dem Baumeister der Jüdischen Gemeinde
zu Berlin Alexander Beer am Kottbusser Ufer 48-50, dem heutigen
Fraenkelufer 10-16, errichtet. In der Reichskristallnacht vom
9. November auf den 10. November 1938 wurde das Hauptgebäude
der Synagoge schwer beschädigt und wurde nach weiteren Beschädigungen
bis 1944 im Jahr 1958/59 abgerissen. Heute existiert nur noch
ein Nebengebäude, welches früher als Gebäude für
den Jugendgottesdienst diente und später zur eigentlichen
Synagoge umgebaut wurde.
Der jüdische Baumeister Alexander Beer entwarf die Synagoge
im Jahr 1912, nachdem die orthodoxe Gemeinde das Gelände
im Jahr 1911erworben hatte. Ein Jahr später begann er bereits
mit den Arbeiten zur Errichtung und die Einweihung fand am 17.
September 1916 statt.
Wie viele andere Gebäude der jüdischen Gemeinde wurde
auch die Synagoge in der Reichskristallnacht stark beschädigt
und konnte nicht mehr als Synagoge genutzt werden, die Gemeinde
nutzte stattdessen bereits zur Zeit des Nationalsozialismus die
Jugendsynagoge als Ersatz. Ab 1942 besetzte die Gestapo das Grundstück
und nutzte es zum Abstellen von Militärfahrzeugen und lagerte
geraubte jüdische Besitztümer in das Gebäude ein.
Bis 1944 kam es im Rahmen des 2. Weltkrieges zu weiteren Zerstörungen,
1958/59 wurde das Hauptgebäude schließlich abgerissen.
Die umgebaute Jugendsynagoge wurde am 22. April 1959 erneut geweiht
und dient bis heute als Synagoge der Gemeinde. Das Gebäude
steht heute unter Denkmalschutz, ein Gedenkstein von Claudia Lengfeld,
aufgestellt 1989, erinnert an die Zerstörungen in der Vergangenheit.
Die Synagoge bestand aus einem Komplex aus einem Hauptgebäude
sowie mehreren Nebengebäuden auf einem dreieckigigen Bauplatz,
in denen eine Wochentagssynagoge, Dienstwohnungen sowie ein Gebäude
für den Jugendgottesdienst untergebracht wurden. Sie sollte
entsprechend nicht nur für Gottesdienste sondern auch als
Gemeindezentrum dienen und wurde in den frühen Jahren auch
auf diese Weise genutzt.
Die eigentliche Synagoge bestand aus einem dreischiffigen Bau,
welcher Platz für 2.000 Menschen bot. Sie war als Pfeilerbasilika
gebaut und die Fassade wies zum Landwehrkanal. Als Baustil wurde
ein neoklassizistischer Stil mit Elementen aus mittelalterlichen
und barocken Bauten gewählt, ein großer Portikus mit
mehreren Säulen stellte den dominanten Eingangsbereich dar.
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