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Der (ehemalige) Schlesische Bahnhof in Berlin heißt heute
wieder Ostbahnhof. Er hat seinen Namen so oft wie kein anderer
Berliner Bahnhof in der Geschichte gewechselt und ist nicht zu
verwechseln mit dem ursprünglichen Ostbahnhof.

Ostbahnhof (Haupteingang)
- fh0002 - © www.xhain.info 12/2006
Im Jahre 1842 wurde er mit dem Namen Frankfurter Bahnhof als
westlicher Endpunkt der Frankfurter Eisenbahn (nach Frankfurt
(Oder)) eröffnet. Diesen Namen behielt er bis 1845, als er
im Zuge der Fusion der Frankfurter Bahn mit der Niederschlesisch-Märkischen
Eisenbahn in Niederschlesisch-Märkischer Bahnhof umbenannt
wurde. 1852, als die Niederschlesisch-Märkische Eisenbahn
vom Preußischen Staat übernommen wurde, erfolgte eine
erneute Umbenennung in Schlesischer Bahnhof.
Durch den Bau der Berliner Stadtbahn 1882 wurde aus dem ursprünglichen
Kopfbahnhof der heute noch bestehende Durchgangsbahnhof. Während
der Bauarbeiten wurde der Personenverkehr der Frankfurter Bahn
und der Märkisch-Niederschlesischen Eisenbahn in den seinerzeitigen
Ostbahnhof einige hundert Meter nördlich am Cüstriner
Platz (heute: Franz-Mehring-Platz) umgeleitet. Gleichzeitig wurde
auch die Streckenführung der Ostbahn vom Ostbahnhof zum Schlesischen
Bahnhof umgeleitet. Der alte Ostbahnhof wurde seinerseits nach
Wiedereröffnung des Schlesischen Bahnhofs geschlossen. 1950
erfolgte die Umbenennung des Schlesischen Bahnhofs in Ostbahnhof,
um den Bezug zu den ehemaligen deutschen Ostgebieten nach der
Anerkennung der Oder-Neiße-Grenze seitens der DDR 1950 aufzugeben.
Ein anderes Beispiel für eine solche Umbenennung ist die
des Stettiner Bahnhofs in Nordbahnhof.
Der Name Ostbahnhof hielt sich bis zum Jahre 1987, als die DDR
den Bahnhof (in Widerspruch zu seinem Verkehrsaufkommen) in Hauptbahnhof
umbenannte. Der Bahnhof diente damals u.a. dem internationalen
Verkehr nach Skandinavien (Neptun, Ostsee-Express nach Kopenhagen,
Berlinaren, Saßnitz-Express nach Malmö) und Wien (Vindobona).
Ab 1962 gab es Zubringerzüge von Berlin-Zoo, später
Kurswagen. Hier hielten auch die Ost-West-Züge zwischen Polen
und Belgien (wie Moskau Warschau Köln
Brüssel Paris). 1998 erfolgten die bis heute letzte
Umbenennung zurück in Ostbahnhof und ein nach nur zehn Jahren
erneuter Umbau des Bahnhofs.
Heute präsentiert sich der Ostbahnhof in modernisierter
Form inklusive eines InterCity-Hotels und zwei großer
Bürotürme an der Westseite des Bahnhofes. Obwohl der
Bahnhof nur durch die S-Bahn sowie ein paar Buslinien erschlossen
ist, gilt er als einer der wichtigsten Ost-Berlins. Seit der Eröffnung
des neuen Hauptbahnhofs halten weiterhin, wenn auch in wesentlich
niedrigerer Zahl, IC- und ICE-Züge an dieser Station.
Der Bahnhof hat neun Bahnsteiggleise, davon vier für die
S-Bahn und zwei weitere Durchgangsgleise ohne Bahnsteig. Im Zeitraum
der Sanierung des Stadtbahnviaduktes wurden die Bahnsteige der
Fernbahn verlängert und das östliche Gleisvorfeld völlig
umgestaltet.
Ferner gab es seit 1903 direkt nördlich an den Schlesischen
Bahnhof anschließend den sogenannten Wriezener Bahnsteig,
seit 1924 Wriezener Bahnhof, für die Personenzüge Richtung
Wriezen. Der Bahnhof wurde zum 31. Dezember 1949 für den
Personenverkehr geschlossen und fortan nur noch für den Postverkehr
genutzt.
Der südöstlich des Ostbahnhofs liegende Ostgüterbahnhof
wurde 2003 abgerissen. Südlich des Ostbahnhofs befindet sich
außerdem der ehemalige Postbahnhof, dessen Halle erhalten
ist und heute für Ausstellungen, als Club, sowie für
Konzerte genutzt wird.
Im bahnamtlichen Betriebsstellenverzeichnis wird Berlin-Ostbahnhof
als BHF (Berlin-Hauptbahnhof) geführt. Das Bahn-Kürzel
für den S-Bahnhof wurde in BOSB abgeändert.
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