|
...
Als Name war seit 1864 Yorkstraße vorgesehen gewesen, stattdessen
wurde sie nach Heinrich Wilhelm von Horn benannt, einem engen
Vertrauten General Yorcks.
Im Gebiet der Hornstraße ließen sich Lennés
und Hobrechts Planungen nicht verwirklichen: Grund hierfür
war das Bahngelände im Vorfeld des Anhalter und Potsdamer
Bahnhofs. Im Bereich des ursprünglich geplanten Verlaufs
des Generalszuges entstanden umfangreiche Gleisanlagen, insbesondere
der Anhalter Güterbahnhof. Die Querung des Bahngeländes
erwies sich etwa 400 Meter südlich im Bereich der heutigen
Yorckbrücken als einfacher, da dort eine weitaus geringere
Zahl von Brücken erforderlich war. Die Yorckstraße
wurde nach Südwesten verschwenkt, die Hornstraße entfiel
als Teil des Generalszugs.
Im Zuge der Germania-Planungen der Nationalsozialisten
in den 1930er- und 1940er-Jahren sollten die Anlagen der Potsdamer
und Anhalter Güterbahnhofs aufgegeben werden, um Platz für
die neue Nord-Süd-Achse zu machen. Damit verbunden war die
Fortführung der Hornstraße entlang des historischen
Verlaufs bis zur Bülowstraße.
Unterhalb der Kreuzung war ein Bahnhofskomplex für S- und
U-Bahn vorgesehen. Die S-Bahnstrecken der Wannseebahn sowie die
der Anhalter und Dresdner Bahn aus dem Süden sowie der Nord-Süd-Tunnel
und eine neu zu bauende Strecke vom Görlitzer Bahnhof aus
Norden kommend sollten im zehngleisigen Bahnhof Hornstraße
zusammenlaufen. Der U-Bahnhof wurde vorgesehen, da die gesamte
Bahnanlage um das Gleisdreieck neuzugestalten gewesen wäre.
Die Planungen wurden allerdings nie umgesetzt.
Heute erinnert die auch für Berliner Verhältnisse ungewöhnlich
große Breite der baumbestandenen Straße an die Planungsgeschichte.
Die ursprüngliche Bebauung der Hornstraße entstand
in den 1880er- und 1890er-Jahren.[2] Für den Autoverkehr
ist die Straße heute nur von der Möckernstraße
im Westen aus zugänglich; am östlichen Ende mit der
verkehrsreichen Yorckstraße grenzt der Biergarten des Yorckschlösschens
teilweise an die Hornstraße.
Am Haus Hornstraße 3 erinnert eine Gedenktafel an die Widerstandskämpferin
Ursula Goetze.
Vor dem Haus Hornstraße 6 befindet sich ein Stolperstein
für den Höhlenforscher und Naturschützer Benno
Wolf, der 1943 im KZ Theresienstadt ermordet wurde.
Vor dem Haus Hornstraße 19 befinden sich Stolpersteine
für:
* Willy Cahn (* 1880), deportiert 1944 nach Theresienstadt,
ermordet in Auschwitz.
* Max Kolsen (* 1881), Flucht in den Tod am 10. Januar 1942.
* Adolf Ringer (* 1883), deportiert 1941, ermordet in Riga.
* Emma Ringer, geb. Spitz (* 1888), deportiert 1941, ermordet
in Riga.
Vor dem Haus Hornstraße 23 befinden sich Stolpersteine
für:
* Agnes Löwenthal, geb. Sollinger (* 1866), deportiert
1942, Theresienstadt.
* Jenny Stein, geb. Arnhelm (* 1888), deportiert 1943; 31. Osttransport.
* Gertrud Arnhelm (* 1893), deportiert 1943, ermordet in Auschwitz.
* Charlotte Arnhelm (* 1892), deportiert 1943, ermordet in Auschwitz.
|