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Die Ausstellung
Ständige Ausstellung - Zwei Jahrtausende deutsch-jüdische
Geschichte [Bearbeiten]Die ständige Ausstellung des Museums
informiert über zwei Jahrtausende deutsch-jüdische Geschichte.
Das schließt die religiöse Traditionen des aschkenasischen
Judentums ein. Sie ist inzwischen in 15 Teile gegliedert.
1. Die Anfänge
Als Folge der Vertreibung aus Judäa gelangten Juden bereits
als Händler mit den römischen Legionen in das heutige
Deutschland. Es werden frühe Zeugnisse ihrer Anwesenheit
gezeigt (z. B. Erlass des Kaisers Konstantin aus dem Jahr 321).
2. Die mittelalterliche Welt von Aschkenas
Die Zentren jüdischer Gelehrsamkeit in Westeuropa waren Speyer,
Worms und Mainz. Christen und Juden lebten friedlich nebeneinander,
bis Kreuzfahrer auf ihrem Weg nach Jerusalem erstmals tausende
Juden ermordeten.
3. Glikl bas Juda Leib
Glikl bas Judah Leib, auch Glückel von Hameln
(1646-1724), eine Händlerin, schrieb Memoiren und hinterließ
damit die älteste erhaltene Biographie einer jüdischen
Frau. Bertha Pappenheim (1859-1936), jüdische Frauenrechtlerin,
übersetzte diese Erinnerungen vom Jiddischen ins Deutsche.
4. Land- und Hofjuden
Nach ihrer Vertreibung aus den großen Städten fanden
Juden in den ländlichen Gebieten im Süden und Westen
Deutschlands gegen Schutzgeld Zuflucht beim niederen Adel. Als
sogenannte Hofjuden finanzierten einige den Geldbedarf verschwenderischer
Herrscher und waren auch dadurch gefährdet.
5. Moses Mendelssohn und die Aufklärung
Als respektierter Philosoph setzte er sich für Toleranz unter
den Religionen ein.
6. Tradition und Wandel
Der religiöse jüdische Alltag war bis vor dem 2. Weltkrieg
vielen deutschen Christen vertraut. Feste feierten alle am liebsten
bei allen mit. Hier wird der Glaubensalltag erklärt.
7. Im Schoße der Familie
Im Verlauf des 19. Jahrhunderts passten sich einige Familien entsprechend
ihrem materiellem Aufstieg der höheren Schulbildung ihrer
bürgerlichen Umgebung an.
8. Deutsche und Juden zugleich
Toleranzedikte: 1871 wurden die Juden in Deutschland gleichberechtigte
Staatsbürger. Doch gegen Ende des Jahrhunderts forderten
Antisemiten die Rücknahme der Emanzipation.
9. Die Entstehung des modernen Judentums
Mit der Aufklärungsbewegung an den Universitäten und
Schulen begann die Suche nach modernen Formen des Judentums. Stichwörter
sind Reformbewegung und Orthodoxie.
10. Moderne und Urbanität
Die Metropole Berlin wurde auch Zentrum jüdischen Erfolgs
- Warenhäuser wie Wertheim und Tietz, im Verlagswesen Ullstein
und Mosse. Arnold Schönberg, Max Reinhardt, Max Liebermann
als Beispiele aus den Künsten
11. Ost und West
Einerseits Theodor Herzl (1860-1904) als Begründer des Zionismus,
andrerseits die Idealisierung des osteuropäischen Schtetl.
12. Deutsche Juden - jüdische Deutsche
Auch deutsche Juden zogen selbstverständlich voller Enthusiasmus
in den Ersten Weltkrieg. Nach dem Kriegsende gelang es Walther
Rathenau (1867-1922) als Außenminister, in eines der höchsten
Staatsämter aufzusteigen. Er wurde nach kurzer Amtszeit von
Rechtsextremen ermordet. Das innenpolitische Klima beginnt, mit
Schuldzuschreibungen zu kippen.
13. Verfolgung - Widerstand - Vernichtung
Auf die Diskriminierungen und Einschränkungen der Nazi-Zeit
versuchte die jüdische Gemeinschaft z. B. mit der Einrichtung
jüdischer Schulen und eigener Sozialfürsorge gemäß
der Zedaka zu reagieren. Bis zum endgültigen Auswanderungsverbot
im Oktober 1941 gelang es etwa der Hälfte der deutsch-jüdischen
Bevölkerung, ihre Heimat zu verlassen. Es folgt der industriell
betriebene Massenmord (Shoa).
14. Die Gegenwart
Nach dem Zweiten Weltkrieg warteten etwa 250.000 Juden in Lagern
für Displaced Persons in Deutschland auf ihre
Emigration nach Übersee, darunter fast 50.000 Überlebende
aus Konzentrationslagern und über 1500 Berliner Juden, die
in Verstecken überlebten.
Heute gibt es über 105.000 Mitglieder in Jüdischen
Gemeinden. Viele kamen als deutschstämmige Zuwanderer aus
der ehemaligen Sowjetunion. Der zögerliche Weg auch dieser
Annäherung wird thematisiert.
15. So einfach war das
Ein neuer Raum in der Dauerausstellung beschäftigt sich mit
jüdischer Kindheit in Deutschland, Österreich und der
Schweiz seit Kriegsende. 18 Geschichten und Fotos von 1947 bis
in die frühen 1990er Jahre erinnern an Schlüsselerlebnisse.
Designer der Dauerausstellung
Die Ausstellung Zwei Jahrtausende deutsch-jüdische
Geschichte wurde von Klaus Würth und Petra Winderoll,
Seefeld, gestaltet.
Die Multimedia-Präsentation Vor tausend Jahren
entstand in Zusammenarbeit mit der TU Darmstadt.
Der digitale Talmud entstand in Zusammenarbeit mit
Professor Joachim Sauter, Hochschule der Künste Berlin.
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