Der Checkpoint Charlie war einer der bekanntesten Berliner Grenzübergänge
zwischen 1945 und 1990. Er verband in der Friedrichstraße
Ecke Zimmerstraße den sowjetischen mit dem US-amerikanischen
Sektor sowie die Berliner Bezirke Mitte (Ost) und Kreuzberg (West).
Der Kontrollpunkt durfte nur von alliierten Militär- und
Botschaftsangehörigen, Ausländern und Mitarbeitern der
Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei der
DDR sowie von DDR-Funktionären benutzt werden.
Der Kontrollpunkt war einer von drei durch die Amerikaner genutzten
alliierten Kontrollpunkte. Er wurde nach dem dritten Buchstaben
des heutigen ICAO-Alphabets benannt. Checkpoint Alpha war die
amerikanische Seite des Grenzüberganges Helmstedt-Marienborn
und Checkpoint Bravo die amerikanische Seite des Grenzkontrollpunktes
Dreilinden-Drewitz.
Die Nomenklatur Checkpoint für Kontrollpunkt ergibt sich
im Gegensatz zu der östlichen Bezeichnung Grenzübergangsstelle
(GÜSt) daraus, dass von westlicher Seite aus die völkerrechtliche
Legitimität als Staatsgrenze nicht anerkannt wurde. Diesbezüglich
trat nach der Anerkennung der DDR als Staat ab 1972 für die
innerdeutsche Grenze eine Veränderung ein, nicht jedoch für
die Sektorengrenze Berlins.
Als Folge des Versuchs der SED-Führung, alliierte Rechte
der Westmächte in Berlin einzuschränken, standen sich
am 27. Oktober 1961 sowjetische und amerikanische Panzer gefechtsbereit
gegenüber. Heute weiß man, dass die Kommandeure beider
Seiten den Befehl hatten, ihre Panzer notfalls einzusetzen.
Der Checkpoint war Schauplatz spektakulärer Fluchten aus
dem damaligen Ost-Berlin. Besonders tragisch war der Tod des DDR-Flüchtlings
Peter Fechter, der 1962 vor den Augen westlicher Beobachter verblutete.
Noch vor der Wiedervereinigung wurde der Kontrollpunkt am 22.
Juni 1990 abgebaut. Er ist heute im Berliner AlliiertenMuseum
zu besichtigen. Außer dem Mauermuseum, das am 14. Juni 1963
eröffnet wurde, erinnerte nichts an diesen ehemals wichtigen
Grenzübergang.
Am 13. August 2000 wurde ein originalgetreuer Nachbau der ersten
Kontrollbaracke enthüllt. Die aufgestapelten Sandsäcke
sind mit Beton statt Sand gefüllt.
Heute zählt der Checkpoint Charlie zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten
der Stadt Berlin, neben dem erwähnten Kontrollpunkt kann
man hier das Mauermuseum, die letzte Kremlflagge und weitere Fragmente
der Trennung Deutschlands besichtigen. Vom 31. Oktober 2004 bis
zur Räumung am 5. Juli 2005 stand auf einem gepachteten Gelände
das umstrittene Freiheitsmahnmal, eine aus originalen Mauersegmenten
neu errichtete weiß gestrichene Mauer und 1067 Gedenkkreuze
für die Opfer des DDR-Grenzregimes.
Im Sommer 2006 wurde auf dem historischen Gelände des ehemaligen
Grenzübergangs eine Open-Air-Ausstellung eröffnet. Seitdem
erhalten Besucher entlang der Friedrich-, der Zimmer- und der
Schützenstraße kostenlos Auskunft zu drei verschiedenen
Themen:
Die westliche Galeriewand an der Friedrichstraße berichtet
von zahlreichen gescheiterten wie geglückten Fluchten am
Grenzübergang. Es wird gezeigt, wie der Grenzübergang
von 1961 bis 1989 ständig perfektioniert und vom einfachen
Kontrollhaus bis hin zur neunspurigen Abfertigungsanlage ausgebaut
wurde.
Die östliche Galeriewand informiert über die Ereignisse
am ehemaligen Grenzübergang und thematisiert die Bedeutung
des Checkpoint Charlie als symbolischen Ort der internationalen
Blockkonfrontation. Die Fotostrecke zeigt unter anderem wie sich
an der Friedrichstraße im Oktober 1961 sowjetische und amerikanische
Panzer gegenüber standen.
Auf den angrenzenden Galerieflächen in der Zimmerstraße
finden Besucher eine Übersicht über die wichtigsten
Erinnerungs- und Gedenkorte, authentische Mauerreste, Museen und
Dokumentationszentren zum Thema Deutsche Teilung und Berliner
Mauer.
Die Bildergalerie am Checkpoint Charlie, die der Berliner Forum
für Geschichte und Gegenwart e.V. im Auftrag der Senatsverwaltung
für Wissenschaft, Forschung und Kultur konzipiert hat und
von dem Berliner Gestaltungsbüro gewerk gestaltet wurde,
wird voraussichtlich bis zum Baubeginn auf den Grundstücken
zu sehen sein.
Im Oktober 2007 sendete die ARD den zweiteiligen Spielfilm Die
Frau vom Checkpoint Charlie, dessen Thema die spektakulären
Protestaktionen Jutta Flecks am Checkpoint Charlie in den 1980er-Jahren
sind, die zu diplomatischen Verstimmungen zwischen der Bundesrepublik
und der DDR geführt hatten.
Links:
Mauermuseum
Museum Haus am Checkpoint Charlie
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