Liebknecht-Luxemburg-Demonstration - Berlin-Friedrichshain
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Liebknecht-Luxemburg-Demonstration 2012

Sonntag, 15. Januar 2012, 10:00 Uhr

Startpunkt:
Frankfurter Tor

Demoroute:
Frankfurter Allee - Alte Frankfurter Alle - Gudrunstraße

Endpunkt:
Gedenkstätte der Sozialisten
auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde

 

Rosa LuxemburgKarl Liebknecht
Bild links steht unter CC-BY-SA-Lizenz
Bundesarchiv, Bild 183-14077-006 / Unknown / CC-BY-SA
Liebknecht-Luxemburg-Demonstration 2012 Liebknecht-Luxemburg-Demonstration 2012
Liebknecht-Luxemburg-Demonstration 2012 Liebknecht-Luxemburg-Demonstration 2012

Historie

Die jährliche Liebknecht-Luxemburg-Demonstration zum Gedenken an die am 15. Januar 1919 ermordeten revolutionären Sozialisten Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg findet regelmäßig um das Datum ihres Todestages, am zweiten Januarwochenende, in Berlin statt und verläuft in der Regel vom Frankfurter Tor bis zur Gedenkstätte der Sozialisten auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde.

Gruppen, die sich in die Tradition der Oktoberrevolution stellen, beziehen auch Lenin in das Gedenken ein und sprechen daher abgekürzt von der LLL-Demonstration. Antifa-Gruppen und undogmatische oder Demokratische Sozialisten bevorzugen die eingangs genannte Bezeichnung, abgekürzt als LL-Demonstration.

Die Demonstration entwickelte sich in der Weimarer Republik aus Gedenkveranstaltungen für die Opfer des Spartakusaufstands (5. bis 12. Januar 1919). Am 25. Januar 1919 wurden 32 von 165 amtlich festgestellten Toten des Aufstands, darunter Karl Liebknecht, auf dem Friedhof Berlin-Friedrichsfelde beerdigt. Aus diesem Anlass riefen USPD und KPD zu einer Massendemonstration auf, die eine große Teilnehmerzahl fand.

Beerdigung der Revolutionsopfer am 25. Januar 1919 Beisetzung von Rosa Luxemburg am 13. Juni 1919
Beerdigung der Revolutionsopfer am 25. Januar 1919 Die Beisetzung von Rosa Luxemburg am 13. Juni 1919
Bundesarchiv, Bild 183-08931-0002 / CC-BY-SA-Lizenz Bundesarchiv, Bild 146-1976-067-25A / Unknown / CC-BY-SA-Lizenz

Weimarer Republik

Für Rosa Luxemburg war zunächst ein leerer Sarg beigesetzt worden, da ihre Leiche noch nicht aufgefunden worden war. Am 1. Juni 1919 wurde ihre Leiche im Landwehrkanal Berlins entdeckt; am 13. Juni wurde sie nachträglich beerdigt. Der Friedhof musste wegen des enormen Andrangs geschlossen werden

Nach seinem Tod am 21. Januar 1924 wurde auch Lenin als Revolutionär und Begründer der Sowjetunion in diese Ehrung einbezogen. Am 13. Juni 1926 wurde ein von Mies van der Rohe geschaffenes Mahnmal für die ermordeten Sozialisten auf dem Friedhof Lichtenberg eingeweiht, das die Nationalsozialisten 1933 zerstörten.

Liebknecht-Luxemburg-Demo 1946 Liebknecht-Luxemburg-Demo 1989
13. Januar 1946: Wilhelm Pieck bei seiner Gedenkrede 15. Januar 1989: Stoph, Krenz, Herrmann, Honecker, Mielke
Bundesarchiv, Bild 183-H27965 / CC-BY-SA-Lizenz Bundesarchiv, Bild 183-1989-0115-011 / Unknown / CC-BY-SA-Lizenz

DDR

1949 wurde die Gedenkstätte nach der Gründung der DDR erneuert. Dort waren die Lenin-Liebknecht-Luxemburg-Feiern ein jährlicher von der SED organisierter Aufmarsch mit einer Ehrentribüne für die Staats- und Parteiführung.

Am 17. Januar 1988 wollten Bürgerrechtler bei der offiziellen "Kampfdemonstration" Plakate mit dem in der SED-Presse verschwiegenen Zitat Rosa Luxemburgs Freiheit ist immer die Freiheit des Andersdenkenden zeigen. Etwa 120 oppositionelle Demonstrationsteilnehmer wurden durch Stasi- und VoPo-Mitarbeiter verhaftet, obwohl sie lediglich beabsichtigten, Luxemburg-Zitate sowie den DDR-Verfassungsartikel 27 über das - freilich im SED-Staat nicht gewährte - Recht auf freie Meinungsäußerung zu präsentieren. Die rituelle Macht-Demonstration der SED wurde dennoch erstmals offen mit dem Streben von Oppositionellen und Ausreisewilligen nach Pluralismus und Demokratie konfrontiert. Unter den Inhaftierten befanden sich der Liedermacher Stephan Krawczyk, der gegen sein Berufsverbot protestieren wollte, die Bürgerrechtlerin Vera Wollenberger und die Mitarbeiter der Umwelt-Bibliothek Till Böttcher, Andreas Kalk und Bert Schlegel . Letztere hatten besagtes Transparent im Atelier des Vaters von Till Böttcher hergestellt. 25 Personen, die zuvor schriftlich zum Verzicht auf die Demonstrationsteilnahme genötigt worden waren und die Unterschrift dazu verweigert hatten, wurden in die Bundesrepublik ausgebürgert. Weitere Bürgerrechtler, die auf die Verhaftungen öffentlich aufmerksam machten, darunter Bärbel Bohley, Freya Klier und Wolfgang Templin, wurden am 25. Januar des Jahres verhaftet und im Februar ausgebürgert. Der öffentliche Demonstrationsversuch und die folgenden überregionalen Proteste (tägliche Mahngottesdienste in Ost-Berlin, Leipzig, Rostock, Jena, Meiningen und anderen Städten) gegen die Verhaftungen gelten als Auftakt zur Friedlichen Revolution von 1989. Zunächst aber ging der Plan des Staatssicherheitsdienstes auf, durch die selektiven Ausbürgerungen einen Keil in die oppositionelle Szene zu treiben. Das war jedoch nur ein "Pyrrhussieg der SED.

Bundesrepublik Deutschland seit 1990

Seit der Wiedervereinigung Deutschlands 1990 wird die Liebknecht-Luxemburg-Demonstration von einem Bündnis verschiedener linksgerichteter Gruppen, Parteien und Einzelpersonen in der Bundesrepublik Deutschland veranstaltet. Sie hat sich zu einem festen Treff- und Sammelpunkt heterogener Kräfte der Politischen Linken mit zehntausenden Teilnehmern entwickelt. Dazu gehören auch Sozialisten aus weiteren Staaten Europas.

Viele Besucher der jährlichen Ehrung nehmen nicht primär an der Demonstration vom Frankfurter Tor zum Friedhof Friedrichsfelde teil, sondern am „Stillen Gedenken“. Dazu ruft die Partei Die Linke regelmäßig auf. Dabei gehen den ganzen Tag über Menschen zum Gedenkstein der Sozialisten in der Gedenkstätte des Friedhofs Friedrichsfelde, um dort rote Nelken niederzulegen.

Homepage Veranstalter:

www.ll-demo.de

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