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Als Verlängerung der Wiener Straße beginnt die Oranienstraße
am U-Bahnhof Görlitzer Bahnhof, durchquert den Heinrichplatz
und schließlich den Oranienplatz, der gleichzeitig die Grenze
zwischen Kreuzberg 36 und Kreuzberg 61 markiert, benannt nach
den ehemaligen Postzustellbereichen. Hinter dem Moritzplatz folgen
Wohnbauten, der Waldeckpark und nach der Kreuzung mit der Alten
Jakobstraße an der Nordseite die Bundesdruckerei sowie gegenüber
an der Südseite die Sozialsenatsverwaltung. An der Kreuzung
mit der Lindenstraße, deren nördliches Ende am 10.
April 1996 in Axel-Springer-Straße umbenannt wurde, endet
die Oranienstraße und geht in die Rudi-Dutschke-Straße
über. Dort liegt das Axel-Springer-Hochhaus, das Berliner
Verlagshaus der Axel Springer AG.
Architektonisch unterscheidet man zwischen zwei Bereichen der
Oranienstraße. Der Abschnitt zwischen Görlitzer Bahnhof
(Skalitzer
Straße) und Moritzplatz ist fast durchgängig Altbausubstanz
aus der Gründerzeit. Dies betrifft den gesamten Bereich der
umliegenden Straßen. Westlich des Moritzplatzes findet man
hauptsächlich Neubauten aus der Nachkriegszeit, da dieser
Bereich im Zweiten Weltkrieg stark zerstört wurde.
Am Beginn der Oranienstraße, im Haus Nr. 6, arbeitete zwischen
1944 und 1945 Konrad Zuse, der Erfinder des Computers. Hier entwickelte
er die sogenannte Z4, eine Rechenmaschine, die als
erster Computer in Massenproduktion hergestellt werden sollte.
Die letzten Tage des Zweiten Weltkriegs verhinderten jedoch die
Fertigstellung dieses ehrgeizigen Projekts in Kreuzberg. Dennoch
kann der Hinterhof der Oranienstraße 6 als eine der Wiegen
der Computertechnologie angesehen werden.
In der Oranienstraße gründete Georg Wertheim das Warenhaus
Wertheim (Nr. 53/54). In der Nr. 34 gründete Julius Klausner
das Schuhgeschäft Leiser, in Nr. 64 Paul Lincke den Apollo-Musikverlag.
Außerdem wohnten Karl Busse, Erwin Piscator und Waldeck
Manasse in dieser Straße.
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