|
...
 |
|
| Oranienplatz, Blickrichtung Westen |
Oranienplatz, Blickrichtung Norden
|
In der Mitte des rechteckigen Oranienplatzes überspannte
die Oranienbrücke den Luisenstädtischen Kanal, auf der
sowohl die Oranien- als auch die Dresdener
Straße mit ihren Straßenbahnlinien den Kanal überquerten.
Zu Postkutschenzeiten führte hier auf der alten Dresdner
Straße der Weg von Berlin über Mittenwalde nach Sachsen.
Mit ihren hugenottischen Gärtnern bildete die Oranienstraße
(bis 1849 Orangenstraße) damals den südöstlichen
Rand der Stadt. Nach der Märzrevolution 1848 baute man mit
Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen zwischen Spree und Landwehrkanal
den Luisenstädtischen Kanal. Achtzig Jahre später verfüllte
man das stehende und stinkende Gewässer mit dem Erdaushub
der U-Bahnbaustelle. Zwischen den Ufermauern entstand von 1926
bis 1928 nach Plänen von Erwin Barth der Kanalpark. Damals
verschwand auch die Oranienbrücke mit ihren mächtigen
Jugendstilkandelabern, eine von neun Kanalquerungen.
Die Autobahnplanungen der 1960er Jahre sahen vor, die sogenannte
Südtangente als Bundesautobahn 106 und die Osttangente
als Bundesautobahn 102 auf dem Oranienplatz in einem Autobahnkreuz
aufeinandertreffen zu lassen. Die in den Flächennutzungsplänen
von 1965 und 1985 vorgesehenen massiven Eingriffe in die gewachsene
Stadtstruktur werden nicht mehr verfolgt.
Aufgrund seiner starken Frequentierung im Herzen Kreuzbergs musste
der Platz mit seiner linsenförmigen Mittelinsel bereits mehrfach
umgestaltet und den Bedürfnissen der Bewohner angepasst werden.
Die letzte Umgestaltung wurde 2007 abgeschlossen.
Heute ist der Oranienplatz als Stadtplatz in der Denkmalliste
des Landes Berlin eingetragen. An der nördlichen Seite des
Platzes befindet sich seit 1986 der Drachenbrunnen.
Am 1.
Mai starten traditionell Demonstrationen auf dem Oranienplatz,
außerdem findet hier jährlich das Interkulturelle
Umwelt- und Gesundheitsfestival statt.
 |
|
| Oranienplatz, Blickrichtung Osten |
Oranienplatz, Drachenbrunnen
|
Lage
Die folgenden Straßenzüge kreuzen den Oranienplatz:
Oranienstraße
in Ost-West-Richtung
Dresdener Straße
Außerdem beginnen folgende Straßen am Oranienplatz:
Legiendamm (früher Luisenufer)
Leuschnerdamm (früher Elisabethufer)
Naunynstraße
Erkelenzdamm (früher Elisabethufer)
Segitzdamm (früher Luisenufer)
U-Bahnhof Oranienplatz
Beim Bau des nördlichen Abschnitts der damaligen U-Bahnlinie
D (heutige U-Bahnlinie 8) ab 1927 wurde für die vorgesehene
Streckenführung unter der Dresdener Straße der Bahnhof
Oranienplatz (Dresdener Straße) errichtet, der zum Teil
heute noch existiert. Die Pläne wurden dann auf Druck des
Wertheim-Konzerns, der eine direkte Anbindung seiner Filiale am
Moritzplatz wünschte und dafür angeblich fünf Millionen
Reichsmark zahlte, geändert. Der dadurch überflüssige
U-Bahnhof Oranienplatz wurde lange Zeit vom Energieversorger Bewag
als Schaltstation genutzt.
 |
|
Ansichtskarte Oranienplatz 1899
Quelle: http://www.zeno.org - Zenodot Verlagsgesellschaft
mbH |
Ansichtskarte Oranienplatz um 1900
|
|