May-Ayim-Ufer - Berlin-Kreuzberg - Xhain.info

May-Ayim-Ufer

May-Ayim-Ufer

(Gröbenufer)

10997 Berlin

Kreuzberg

 

Das May-Ayim-Ufer (Postleitzahl 10997) ist eine Straße im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg, Ortsteil Kreuzberg. Die Straße verläuft von der Pfuelstraße im Nordwesten bis zur Oberbaumstraße (Oberbaumbrücke) im Südosten und bildet das Ufer zur Spree. Die Uferstraße wurde nach 1891 angelegt und 1895 anlässlich der bevorstehenden Berliner Gewerbeausstellung im nahen Treptower Park mit einer aufwendig im maritimen Stil gestalteten Anlegestelle versehen.


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Während der Zeit der Teilung Berlins verlief am Gröbenufer die Sektorengrenze, wobei die Spree in voller Breite zu Ost-Berlin gehörte. Diese Situation war Grund für eine Reihe von tragischen Unglücksfällen in den 1970er Jahren. Mindestens vier West-Berliner Kinder ertranken in der Spree, weil den Rettungskräften am West-Berliner Ufer durch die Grenztruppen der DDR jedes Eingreifen untersagt war: Cengaver Katranc (9), Siegfried Krobot (5), Giuseppe Savoca (6) und Çetin Mert (5). Sie konnten durch die breiten Öffnungen der gusseisernen Brüstung klettern – erst dann kam man auf die Idee, durchgehend engmaschiges Drahtgeflecht anzubringen. Mit der Entspannungspolitik wurde auch an diesem Spreeufer ein einmaliges System installiert: Spezielle Notrufsäulen (Wasserunfallmelder), die den DDR-Grenzorganen optische und akustische Signale gaben, woraufhin diese auf gleiche Weise eine Ausnahmegenehmigung für Rettungsmaßnahmen aus West-Berlin erteilten. Beim Versuch durch die Spree aus der DDR zu fliehen und das damalige Gröbenufer zu erreichen, kamen mehrere Menschen, darunter Udo Düllick und Anton Walzer, ums Leben. Am Ufer wurden Gedenkkreuze und Steine zur Erinnerung an die Opfer aufgestellt (weiterlesen).
   
Adressen am May-Ayim-Ufer (Gröbenufer) nach Hausnummern (Seite kostenlos eintragen)
   
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Kinder- und Jugendzirkus CABUWAZI
Kinder- und Jugendzentren in Friedrichshain-Kreuzberg
   
   
May-Ayim-Ufer
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May-Ayim-Ufer, Blickrichtung Oberbaumbrücke
May-Ayim-Ufer
May-Ayim-Ufer, Blickrichtung Oberbaumbrücke
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Namensgebung

Von 1895 bis 2010 hieß die Straße Gröbenufer, am 4. April 1895 wurde sie entweder nach dem preußischen General Karl von der Gröben (1788 - 1876), der u. a. Herausgeber der Schriften von Carl von Clausewitz war oder nach Otto Friedrich von der Groeben (1657 - 1728), einem Soldaten und Forschungsreisenden im Dienste Brandenburg-Preußens und anderer europäischer Staaten.

Am 27. Mai 2009 beschloss die Bezirksverordnetenversammlung Friedrichshain-Kreuzberg mit den Stimmen von Grünen, DIE LINKE und SPD das Gröbenufer in May-Ayim-Ufer umzubenennen, die Umbennung wurde mit einem Festakt am 27. Februar 2010 vollzogen. Im Amtsblatt für Berlin vom 20. November 2009 ist die Umbenennung der Straße zum 4. März 2010 bekanntgegeben worden.

Grund für die Umbennung war der Vorwurf, dass der vermutete Namensgeber Otto Friedrich von der Groeben durch die Gründung der brandenburgischen Kolonie Groß Friedrichsburg (im heutigen Ghana) am transatlantischen Sklavenhandel mitgewirkt hat.

Die jetzige Namensgeberin May Ayim (1960 - 1996, eigentlich Sylvia Brigitte Gertrud Opitz) war eine deutsche Dichterin, Pädagogin und Aktivistin der afrodeutschen Bewegung.

 

Bücher von May Ayim

 

 

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