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Die Schreibweise für das Tor änderte sich mit der Zeit:
- Cottbusserthor in Grundriß der königl. Residenzstädte:
Berlin, Carl Ludwig von Oesfeld, 1789
- Cottbusser Thor in Topografische Karte, 1836
- Cottbuser Tor in Pierers Conversationslexikon, 6. Auflage,
Berlin, 1875
- Kottbuser Tor in Beilage zum Berliner Adressbuch, Verlag: Julius
Straube, 1893;
- Cottbuser Tor in Pharus Plan Berlin, Pharus Verlag GmbH, 1921
- Kottbuser Tor in Sanwald Plan Berlin, Karl Sanwald, 1926
- Kottbusser Tor in Westermanns Plan von Berlin, Georg Westermann,
1932
Das Kottbusser Tor bildet einen zentralen Verkehrsknotenpunkt
in Kreuzberg. Nach Süden verläuft die breite Kottbusser
Straße im weiteren Verlauf Kottbusser
Damm nach Neukölln Richtung Hermannplatz und die
Admiralstraße
Richtung Südstern
als verkehrsberuhigte Zone und noch südlicher als Fußgängerbereich.
Von Ost nach West wird der Kotti von der Skalitzer
Straße durchquert (ebenfalls vierspurig). Nach Norden
verläuft die schmalere Adalbertstraße,
die nach der Maueröffnung schnell zu einer belebten Verkehrsstraße
Richtung Berlin-Mitte wurde. Nur noch zu Fuß erreichbar
ist im Norden die Dresdener
Straße als Verlängerung der Kottbusser Straße.
In der Mitte der 1950er Jahre wurden auf der Südseite des
Platzes in dem Dreieck zwischen Kottbusser Straße und Admiralstraße
eine Reihe von Altbauten abgerissen, die durch eine Hochhausbebauung
von Wassili Luckhardt ersetzt wurden. Seitdem hat er seinen ursprünglichen
Gründerzeitcharakter fast völlig verloren. Augenfällig
ist vor allem das langgestreckte, von 1969 bis 1974 erbaute Neue
Kreuzberger Zentrum (NKZ) an der Nordseite des Platzes, das die
Adalbertstraße überspannt und die Dresdener Straße
im Süden begrenzt. Verantwortliche Architekten waren Wolfgang
Jokisch und Johannes Uhl, nach einer Rahmenplanung von Werner
Düttmann.
Direkt auf dem runden Platz des Kottbusser Tores befindet sich
der gleichnamige Umsteigebahnhof der Hoch- und U-Bahn. Der Hochbahnhof
der Linie U1 dominiert die gesamte Platzanlage und ist zugleich
Erkennungszeichen. Unterhalb des Bahnhofes befindet sich der U-Bahnhof
der Linie U8. Während die Hochbahn bereits seit 1902 den
Platz quert, fährt die U8 erst seit 1928 zum Kottbusser Tor.
Das Gebiet um das Kottbusser Tor mit dem benachbarten Wassertorplatz
ist wie der gesamte Kiez ein sozialer Brennpunkt.
Vom Berliner Senat wurde das Quartier rund um das Kottbusser Tor
als eines von 17 Gebieten mit besonderem Entwicklungsbedarf ausgewiesen.
Das so künstlich geschaffene Viertel Kreuzberg Zentrum/Wassertorplatz
erhält seit 1999 ein Programm zum Quartiersmanagement.
Das Viertel war insbesondere in den 1990er-Jahren Schauplatz
der jährlichen Straßenschlachten zum 1.
Mai in Kreuzberg. Durch verschiedene Maßnahmen (zum
Beispiel das Myfest) ist es dem Bezirksamt und Anwohnerinitiativen
gelungen, diese Ausschreitungen in den vergangenen Jahren erheblich
zu reduzieren.
Das Gebiet um das Kottbusser Tor ist zudem der Ort mit dem höchsten
Ausländeranteil Berlins. Dieser liegt bei 55 % (2000), der
Anteil von Bewohnerinnen und Bewohnern nicht deutscher Herkunft
wird auf 80 % geschätzt.
Außerdem hat sich seit Jahren eine der größten
Berliner Drogenszenen auf dem Platz festgesetzt. Nach jahrelangen
Auseinandersetzungen zwischen Berliner Senat und Mietern wurde
2004 in der Dresdener Straße ein öffentlicher Drogenkonsumraum
eingerichtet. Man hoffte, so die Situation für die Drogenabhängigen,
aber auch für die dort wohnenden Bürger zu verbessern.
Nach fünf Jahren Arbeit ist dem Betreiber, dem Aids- und
Suchthilfeträger Fixpunkt, der Mietvertrag Anfang 2009 gekündigt
worden. Seit im Juni 2009 eine letzte Duldungsfrist abgelaufen
ist, erhält der Verein sein Angebot mithilfe zweier Kleinbusse
direkt am Kottbusser Tor aufrecht
Im Frühjahr 2010 soll der Druckraum in einer stillgelegten
Schule wiedereröffnet werden. Anwohner haben eine Bürgerinitiative
gegründet, die die große Entfernung zum Kottbusser
Tor kritisiert und sich gegen die Öffnung einsetzt. Gesundheitsstadtrat
Knut Mildner-Spindler bezeichnet den Bezirksbeschluss jedoch als
endgültig.
In den 1990er Jahren war das Kottbusser Tor das Revier der 36
Boys, einer Jugendbande mit Migrationshintergrund.
Am 5. Januar 1980 wurde Celalettin Kesim bei einem Überfall
von türkischen Faschisten und religiösen Fundamentalisten
am Kottbusser Tor ermordet. Anfang der 1990er Jahre wurde am Tatort
eine von Hanefi Yeter geschaffene Gedenkstele zu seinem Andenken
errichtet.
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