Geschichte - Friedrichshain-Kreuzberg - Xhain.info
Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg ist der 2. Verwaltungsbezirk
von Berlin, der durch die Fusion der bisherigen Bezirke Friedrichshain
(ehemals Ostteil der Stadt) und Kreuzberg (ehemals Westteil) entstanden
ist. Die beiden Ortsteile des Bezirks, Kreuzberg und Friedrichshain
sind durch die Spree von einander getrennt. Die Oberbaumbrücke
verbindet beide Alt-Bezirke und ist damit zum Wahrzeichen des
neuen Verwaltungsbezirks geworden. Strukturell unterscheiden sich
beide Ortsteile insbesondere hinsichtlich ihrer Bevölkerungszusammensetzung.
Während beispielsweise der Anteil der nicht-deutschen Bevölkerung
in Kreuzberg bei 32,8% der Bevölkerung liegt (Statistisches
Landesamt, 2002), liegt er in Friedrichshain bei 8,7%. Auch die
Alterszusammensetzung der Bevölkerung unterscheidet sich
deutlich. In Kreuzberg ist der Anteil der 35-60jährigen höher,
der Anteil der Jüngeren niedriger als in Friedrichshain.
Friedrichshain
Friedrichshain gliedert sich historisch in die Gebiete
Boxhagen, Stralau und der Frankfurter Vorstadt. Vor 1920 verlief
die Stadtgrenze ungefähr auf der Höhe der Warschauer
Straße, also quer durch den Bezirk. Zumindest vom Namen
her zeugen davon das Frankfurter Tor und die Oberbaumbrücke
als Namen alter Zollstationen. Erst mit der Neuordnung der Stadt
Berlin in den 1920er Jahren entstand das heutige Gebilde, welches
sich in vornehmlich sechs Gebiete unterteilt, die durch die großen
Straßen des Bezirkes gegliedert werden, zuzüglich Stralau
und Stralauer Kiez im Süden an der Spree. In der nationalsozialistischen
Zeit trug der Bezirk den Namen Horst Wessel Stadt.
Friedrichshain war geprägt von Industrie (Osram
bzw. zu DDR-Zeiten die Glühlampenwerke NARVA) und den klassischen
Mietskasernen. Im Zweiten Weltkrieg gab es intensive Kämpfe
an der Frankfurter Allee, die dadurch fast vollständig in
ihrem Bestand zerstört wurde und nach dem Wiederaufbau von
den Stalinbauten im Zuckerbäckerstil geprägt wurde.
Nach dem Krieg hieß die Straße Stalinallee bevor sie
nach der Demission Stalins zur Karl-Marx Allee, bzw. Frankfurter
Allee umbenannt wurde. Am 17. Juni 1953 begann hier der Aufstand
der Bauarbeiter.
In der Wendezeit und danach nutzten viele Hausbesetzer
aus der linken Szene vor allem West-Berlins den
hohen Leerstand in den unsanierten Altbauten, um neue Hausbesetzungen
durchzuführen. 1990 endete diese Hausbesetzerwelle mit Straßenschlachten
in der Mainzer Straße. Viele der Häuser wurden durch
die Polizei geräumt. Einige der ehemaligen Besetzer wohnen
noch in ihren Häusern. Aus der Hausbesetzer-Offkultur
entstanden nicht selten wichtige und beliebte soziokulturelle
Einrichtungen in Friedrichshain: Bars, Veranstaltungsräume,
Beratungsstellen, Videokinos. Dies trug wohl auch dazu bei, dass
Friedrichshain immer mehr Touristen anlockt, die den Szene-Stadtteil
für sich entdecken.
Ende der 1990er Jahre entwickelte sich die Gegend
um die Simon-Dach-Straße zum Kneipenviertel mit vielen kleinen
Läden, die eher junges Publikum aus der ganzen Stadt anziehen.
Insbesondere die vielen Kneipen mit ihren zahlreichen Sitzplätzen
auf den breiten Gehsteigen sind bei einigen Anwohnern nicht nur
auf Gegenliebe gestoßen: In jüngster Zeit ist Friedrichshain
insbesondere die Simon-Dach-Straße des Öfteren
in die öffentliche Diskussion um Lärmbelästigung
geraten. Vor allem in den Sommermonaten entbrannte der Streit
zwischen Anwohnern und Gastronomen.
Heute ist der größte Teil der Altbauten
saniert.
Kreuzberg
Kreuzberg wurde Anfang der 1920er Jahre nach dem
Kreuzberg benannt, einem kleinen Hügel am Rande des Teltow,
im heutigen Viktoriapark, im Südwesten des Stadtteils gelegen.
Nach der Gründung der Stadtgemeinde Berlin hieß der
Bezirk zunächst Hallesches Tor. Auf der (damals noch) Tempelhofer
Berg genannten Erhebung hatte man 1821 nach Entwürfen von
Karl Friedrich Schinkel ein Denkmal in Grundform des Eisernen
Kreuzes errichtet, um an die Befreiungskriege gegen Napoleon zu
erinnern.
Seine überregionale Bekanntheit verdankt Kreuzberg
vor allem der bewegten Geschichte des kleineren südöstlichen
Bereichs (und Postbezirks) SO 36, später Berlin 36, der -
von drei Seiten umschlossen von der deutsch-deutschen Grenze -
in den 1970er und 80er Jahren als Zentrum der alternativen und
illegalen Hausbesetzerszene legendär wurde. Dieser Teil erstreckt
sich nördlich des Landwehrkanals und östlich des heute
zugeschütteten Luisenstädtischen Kanals. Den größeren
Teil Kreuzbergs bilden die nordwestlich gelegene, stark kriegszerstörte
südliche Friedrichstadt (Zeitungsviertel) und die ganze südliche
Hälfte (Kreuzberg 61). Heutzutage gilt diese Gegend als eine
der ärmsten Teile Berlins.
Fast ein Drittel der rund 160.000 Einwohner sind
Migranten, viele türkische Gastarbeiter und deren Nachkommen.
Auch für diese demografische Besonderheit ist Kreuzberg weit
über die Grenzen Berlins hinaus bekannt.
Kreuzberg, nach den 1.-Mai-Demonstrationen 2001
Regelmäßig zum 1. Mai jeden Jahres seit
1987 gerät Kreuzberg (SO 36) durch schwere Ausschreitungen
in die Schlagzeilen. Ausgangspunkt der Krawalle war meist der
Zusammenstoß von Teilnehmern der Mai-Kundgebungen und der
Polizei. Heute hat sich die Gewalt mehr und mehr ritualisiert
und ist von großer Medienpräsenz begleitet. Der ehemals
politische Kontext ist nur noch schwer zu erkennen. 1987 vom Lausitzer
Platz ausgehend, konzentrieren sich die Krawalle um Kottbusser
Tor und Oranienplatz. Am Oranienplatz wurde eine Filiale des Discounters
Plus bereits mehrmals geplündert. Siehe Erster Mai in Kreuzberg.
Zu Zeiten der Berliner Mauer in einer Nischenlage,
ist Kreuzberg mit der Wiedervereinigung 1990 quasi über Nacht
zu einem Ort im Zentrum der Hauptstadt geworden, das als Standort
für Unternehmen an Attraktivität gewinnt. So ziehen
jetzt viele Unternehmen und Organisationen zum Spreeufer an der
Oberbaumbrücke. Beispiele dafür sind Universal, der
DGB etc.
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