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Zwinglikirche - KulturRaum Zwingli-Kirche e. V.

Zwinglikirche
Danneckerstraße 2/4, 10245 Berlin

Die Zwinglikirche ist eine Kirche im Berliner Ortsteil Friedrichshain, im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg. Das denkmalgeschützte Gotteshaus im Rudolfkiez wird heute allerdings nicht mehr als Kirche, sondern als Kultur- und Veranstaltungsraum genutzt.

Das Hauptportal der Kirche befindet sich an der Westseite des Rudolfplatzes und wird von Wohnbauten der Rotherstraße und der Danneckerstraße bis zur Rudolfstraße flankiert. Das Gebäude wird umgeben von weiteren Baudenkmalen wie einem Stall und einer Grenzmauer aus dem Jahre 1904, Wohnhäusern von Sigismund Koch aus den Jahren 1904/1905, der Industrieanlage Auergesellschaft (der OSRAM- bzw. Narvakomplex). In der unmittelbaren Nachbarschaft der Kirche stehen außerdem auch das Straßenpflaster und die Gleisanlagen in der Rudolfstraße/Ehrenbergstraße unter Denkmalschutz.

Zwinglikirche

Ende des 19. Jahrhunderts wurde südlich des Bahngeländes an der Warschauer Straße der Rudolfplatz angelegt. Am 2. Dezember 1900 weihte man an dessen Westseite eine kleine Kapelle aus Holz ein. Sie diente der rasch angewachsenen Bevölkerung vor dem Stralauer Tor.

Hierzu hatte sich bereits 1897 als Ausgründung der evangelischen Andreasgemeinde am Stralauer Platz eine eigene Gemeinde gebildet, die ihre Gottesdienste in einem Hinterhaus in der Stralauer Allee abhielt. 1903 entschloss man sich zu einem Neubau und beauftragte hierfür den kaiserlichen Baurat Jürgen Kröger (1856 bis 1928). Von ihm stammen in Berlin unter anderem die Pfingstkirche am Petersburger Platz, die Christophorus-Kirche in Friedrichshagen sowie der Neubau der alten Dorfkirche Alt-Tegel.

Der Bau für die neue Kirche wurde am 11. September 1905 begonnen, der Grundstein am 29. April 1906 gelegt. Die feierliche Einweihung erfolgte am 9. Februar 1908. (Die Holzkapelle wurde noch bis 1907 benutzt, dann zerlegt und bis 1912 auf dem Ostkirchhof Ahrensfelde weiter verwendet.) 1928 wurde an das Kirchengebäude in der Rudolfstraße ein Gemeindehaus in spätexpressionistischen Formen angebaut.

Zwingli-Kirche in der Rudolfstraße 1933

Berlin 1933 Blick auf den Altar und auf die Standbilder des brandenburgischen Kurfürsten Joachim II. (im Vordergrund) und des schwedischen Königs Gustav II. Adolf in der Zwinglikirche am Rudolfplatz im Stadtbezirk Friedrichshain

Bild und Text zum Bild stehen unter CC-BY-SA-Lizenz - Bundesarchiv, Bild 183-1987-0915-512 / CC-BY-SA

Der neugotische Klinkerverblendbau über einem hohen Hausteinsockel weist an den Fassaden nach Osten und Norden reiche historisierende Formen auf. Die Portale sind von krabbenbesetzten Wimpergen gekrönt und mit Maßwerkschmuck versehen. Die Nordfassade zeigt zwei Giebel, große Maßwerkfenster und Rosetten, die Westseite einen Staffelgiebel. Die Südseite der Kirche liegt an einem Hof und ist eingebaut. Weithin sichtbar und das Stadtbild prägend ist der 81 Meter hohe quadratische Turm mit seinem schlanken achtseitigen Spitzhelm an der Nordostecke. In einer Nische am Fuße des Turmansatzes befindet sich eine lebensgroße, 1907 von Martin Götze geschaffene Bronzefigur des Reformators und Namenspatrons Huldrych Zwingli.

Die Ausschmückung der Kirche bezieht sich thematisch auf die Reformation, vor allem in den Darstellungen der Kirchenfenster. Der sterngewölbte asymmetrische Saal besitzt Emporen an der Ost- und Nordseite und einen Laufgang im Westteil. Unterhalb der Emporen bilden sich seitenschiffartige Räume. Das etwa 6 m hohe Altargemälde zeigt Christus auf dem Meere schreitend. Die Standbilder der Förderer der Reformation, der brandenburgische Kurfürst Joachim II. und der schwedische König Gustav Adolf, sind aus Carrara-Marmor gearbeitet und befinden sich rechts und links vom Altar. Eine Orgel komplettiert die Innenausstattung.

Zwinglikirche am Rudolfplatz, Stadtbezirk Friedrichshain

Berlin 1933 Die Zwinglikirche am Rudolfplatz, Stadtbezirk Friedrichshain, wurde 1905-08 von Jürgen Kröger errichtet; Blick auf den Altar und die Standbilder des brandenburgischen Kurfürsten Joachim II. und des schwedischen Königs Gustav II. Adolf (r.)

Bild und Text zum Bild stehen unter CC-BY-SA-Lizenz - Bundesarchiv, Bild 183-1987-0915-510 / CC-BY-SA

Zwischen 1978 und 1993 diente der Bau nicht zu kirchlichen Zwecken, da er für eine "neue Nutzung vorgesehen" war. In dieser Zeit wurde er an die Staatsbibliothek zu Berlin als Archiv verpachtet. Von 1993 bis 1995 wurde die Kirche renoviert und wieder durch die evangelische Gemeinde genutzt. – Seit Herbst 1997 werden langfristig neue Nutzungskonzepte gesucht; nach vielen Gesprächen und der zeitweiligen Hinzuziehung anderer Partner hat sich im Jahr 2006 ein Verein Kultur-Raum Zwingli-Kirche gegründet.

 

Links:

KulturRaum Zwingli-Kirche e. V.

 

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