Seumestraße - Berlin-Friedrichshain - Xhain.info

Seumestraße

Seumestraße

10245 Berlin

Friedrichshain

 

Die Seumestraße (Postleitzahl 10245) ist eine Straße im Berliner Stadtteil Friedrichshain und damit im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg. Benannt ist die Straße nach Johann Gottfried Seume. Sie verläuft vom Wismarplatz bis zur Simplonstraße und ist Teil des Südkiezes.


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Johann Gottfried Seume

Johann Gottfried Seume (* 29. Januar 1763 in Poserna, Kursachsen; † 13. Juni 1810 in Teplitz, Böhmen) war ein deutscher Schriftsteller und Dichter.

Seume wurde im Jahre 1763 als Sohn des Landwirts und vormaligen Böttchers Andreas Seume und der Bauerntochter Regine Liebing geboren. Er besuchte die Dorfschule und die Lateinschule des Rektors Korbinsky in Borna.

Seume studierte an der Universität Leipzig Theologie und wurde 1781 auf dem Weg nach Paris von Soldatenwerbern ergriffen, zum Dienst in der Armee gezwungen und vom Landgrafen von Hessen-Kassel an England für den Kampf im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg verkauft. Nach 22-wöchiger Überfahrt landete er im September 1782 bei Halifax in Kanada, wo es jedoch nicht mehr zu Kampfhandlungen kam. Seine Bewunderung für die natürliche Ungezwungenheit der Einwohner schlug sich in seinem oft zitierten Gedicht "Der Wilde" nieder: Ein Kanadier, der Europens übertünchte Höflichkeit nicht kannte...

Im August oder September 1783 wurde er nach Bremen zurücktransportiert und nach einem Fluchtversuch von Werbern des Preußenkönigs Friedrich II. nach Emden gebracht, wo er bis 1787 als Musketier diente. Zwei weitere Fluchtversuche scheiterten; ihm drohte die todbringende Strafe des Spießrutenlaufens, die durch Vermittlung von Oberst Wilhelm René de l'Homme de Courbière in eine Kerkerstrafe umgewandelt wurde. Seine Autobiographie, die auch die Qualen seiner Überfahrt nach Amerika schildert, verdient als Zeitzeugenbericht beachtet zu werden.

Nach der Freilassung studierte er Philologie und arbeitete als Hofmeister. Seine Anstellung als Erzieher im Dienste eines Grafen von Igelström verschaffte ihm bald eine Stelle als Sekretär von dessen Bruder, des russischen Generals von Igelström. Als solcher erlebte er die Niederwerfung des polnischen Aufstandes auf der Seite der herrschenden Russen, doch legte er nach seiner Rückkehr nach Sachsen als Begleiter des Majors Muromcov seine Stellung als russischer Offizier nieder, weil mit dem Tod der Zarin Katharina II. im Jahre 1796 seine Aussichten auf Beförderung hinfällig wurden. Dennoch blieb ihm zeitlebens ein großes Interesse an militärischen Fragen erhalten, so dass er in seinen Reiseschriften wiederholt darauf eingeht, wie viele Soldaten man zur Verteidigung oder Eroberung der jeweils besichtigten Festung oder Stadt benötige.

In den folgenden Jahren ab 1801 unternahm er zahlreiche mehrmonatige Fußreisen, die ihn in weite Teile Europas führten, so nach Syrakus, nach Russland, Finnland und Schweden.

Seine Eindrücke auf diesen Reisen beschrieb er mit besonderem Blick auf die jeweiligen sozialen, ökonomischen und politischen Verhältnisse. Johann Gottfried Seume gilt demnach als kulturhistorischer Reiseschriftsteller, der mit Genauigkeit und Nüchternheit über die Verhältnisse in fremden Ländern berichtete. Aufgrund seiner eigenen Erlebnisse als Soldat in Nordamerika und Deutschland setzte er sich besonders für die Freiheitsrechte einzelner Menschen und ganzer Völker ein.

Obwohl er wohl recht umgänglich war, stieß er mit der Entschiedenheit seiner Anschauungen viele ab. Über seine asketische Lebensweise sagte er:

„Ich trinke keinen Wein, keinen Kaffeeh, keinen Liqueur,
rauche keinen Tabak und schnupfe keinen,
eße die einfachsten Speisen,
und bin nie krank gewesen, nicht auf der See und unter den verschiedensten Himmelstrichen.“

Sie wird manchen von einem näheren Umgang mit ihm abgehalten haben. Doch auch den asketischen Zug trieb er nicht so weit, dass er sich dauerhaft an seine Äußerung gehalten hätte; vielmehr weiß er von seinem Spaziergang nach Syrakus von manchem Wein zu berichten, freilich stets mit dem Hinweis, dass er als Nicht-Kenner ihn nicht beurteilen könne.

 

 

 

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