Mildred-Harnack-Straße - Berlin-Friedrichshain - Xhain.info

Mildred-Harnack-Straße

Mildred-Harnack-Straße

10243 Berlin

Friedrichshain

 

Die Mildred-Harnack-Straße (Postleitzahl 10243) ist eine Straße im Berliner Stadtteil Friedrichshain und damit im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg. Sie verläuft von der Mühlenstraße bis zur Helen-Ernst-Straße und gehört zum Gelände der O2 World. Benannt ist sie nach Mildred Harnack. Die Straße trägt seit dem 16.11.2006 ihren Namen.


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Mildred Harnack (* 16. September 1902 in Milwaukee, Wisconsin als Mildred Fish; † 16. Februar 1943 in Berlin-Plötzensee) war eine US-amerikanisch-deutsche Literaturwissenschaftlerin, Übersetzerin und Widerstandskämpferin.

1926 arbeitete sie als Dozentin für deutsche Literatur an der Universität Madison (Wisconsin), wo sie den deutschen Juristen Arvid Harnack, den älteren Bruder des Regisseurs Falk Harnack, kennen lernte und heiratete, der dort Nationalökonomie studierte. 1929 zog sie mit Harnack nach Berlin, promovierte 1941 an der Ludwigs-Universität Gießen und arbeitete als Lehrbeauftragte und Übersetzerin an der Berliner Universität.

Ab 1933 baute sie zusammen mit ihrem Mann sowie dem Schriftsteller Adam Kuckhoff und dessen Frau Greta einen Diskussionszirkel auf, der politische Perspektiven nach dem erwarteten Sturz des Naziregimes erörterte. 1939 entstand daraus das Widerstandsnetz, das die Gestapo „Rote Kapelle“ nannte. 1940/1941 hatte die Gruppe Funkkontakt mit sowjetischen Agenten und versuchte so, den bevorstehenden deutschen Krieg gegen die Sowjetunion zu verhindern. Im Juli 1942 dechiffrierte die Gestapo den Funkverkehr der Gruppe und rollte sie auf. Am 7. September wurden Arvid und Mildred Harnack verhaftet. Arvid Harnack wurde am 19. Dezember zum Tode verurteilt und am 22. Dezember 1942 hingerichtet. Mildred Harnack wurde zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt. Hitler hob das Urteil auf, daraufhin wurde auch sie zum Tode verurteilt und am 16. Februar 1943 hingerichtet. Ihr Schwager Falk, ebenfalls Widerstandskämpfer, hatte mehr Glück. Er konnte fliehen und überlebte das Terrorregime.

Als ihre Freundin und Studienkollegin Clara Leiser von der Ermordung erfuhr, schrieb sie zum Gedenken das Poem To and from the guillotine.

Mildred Harnack wurde Ende 1969 postum durch die Regierung der UdSSR mit dem „Orden des Vaterländischen Krieges“, 1. Stufe, ausgezeichnet.

 

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