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Lebus
Lebus (polnisch Lubusz) ist eine Kleinstadt im Südosten
des Landkreises Märkisch Oderland in Brandenburg. Die Stadt
ist Sitz der Verwaltung des Amtes Lebus.
Geschichte
Lebus war eine polnische Bistums- und Stadtgründung auf
dem linken Oderufer, die schließlich der deutschen Konkurrenzgründung
Frankfurt unterlag.
Bis zur Gründung von Frankfurt (Oder) im Jahr 1253 galt
Lebus als unbestrittener Mittelpunkt der Landschaft gleichen Namens
Land Lebus. es liegt auf einem Bergrücken von 500 m Länge
und 50-100 m Breite, der auch Reste alter Wehranlagen trägt
und sich durch Querrinnen in den Turmberg, den Schloßberg
und den Pletschenberg teilt. Diese werden bereits in einem Teilungsvertrag
von 1249 als obere, mittlere und untere Burg bezeichnet.
Bereits in der jüngeren Bronzezeit um 1000 v. Chr. lassen
sich erste Besiedlungsspuren feststellen, die sich über den
gesamten Berg erstreckte. Diese Besiedlungsspuren wurden in der
frühen Eisenzeit verstärkt und befestigt. Diese Anlagen
wurden aber zur Mitte des 1. Jahrhunderts v. Chr. aufgegeben.
Spätestens zu Beginn des 9. Jahrhunderts befindet sich nach
Abzug der Germanen eine neue Befestigung durch die einwandernden
Slawen. Dabei wurde hier vermutlich bereits die Hauptburg des
Stammes der Leubuzzi, des östlichsten Stammes der Wilzen
angelegt, die links und rechts der Oder siedelten und diesem Land
ihren Namen geben sollten. Seither ist der Name der Burg als Lubus,
Lebuz oder Lebus überliefert. Es wird vermutet, dass der
Name auf den Namen des Wilzenfürsten Liubus zurückzuführen
ist, der Anfang des 9. Jahrhunderts die Oberhoheit über die
Stämme der Wilzen besaß. Um 925 wurde die Burg vermutlich
durch Streitigkeiten innerhalb des Stammes wieder zerstört.
Noch vor dem Jahr 1000 wurde Lebus von dem polnischen Herrscher
Mieszko I. oder seinem Sohn Boleslaw Chrobry wiederaufgebaut und
verstärkt.
Lebus war nun über zweieinhalb Jahrhunderte Bestandteil
des Piastenstaates und übte eine beherrschende Rolle über
die sich hier kreuzenden Verkehrswege aus.
1124/25 wurde unter Boleslaw III. (Schiefmund) eine Kathedralkirche
gegründet und Lebus wurde Zentrum einer aus dem Bistum Posen
herausgeschnittenen Diözese im Erzbistum Gnesen. Die neue
Kathedralkirche war - wie zu der Zeit in Polen üblich - dem
Heiligen Adalbert geweiht und lag vermutlich auf dem Burgberg.
Der heilige Adalbert stand für die Heidenmission des Piastenstaates,
für die das Bistum offensichtlich bestimmt war.
Seit 1138 war Lebus im Besitz der (bis nach der Mitte des 13.
Jh. slawischen) schlesischen Piastenlinie und kam durch die Politik
Heinrichs des Bärtigen zeitweise an Großpolen. Wohl
innerhalb der folgenden Kämpfe wurde die Burg zerstört.
Als 1241/42 Mieszko, der Bruder Boleslaws des Kahlen von Glogau
starb, wurde er nicht in der Grabkirche der Dynastie im Kloster
Leubus, sondern in der Peterskirche unterhalb der Burg beigesetzt,
wohin im 14. Jahrhundert dann auch die Kathedralkirche verlegt
wurde.
Seit 1249/50 war Lebus Kondominium des Erzbischofs von Magdeburg
und der Askanier, die seit 1287 die alleinigen Herren der Burg
wie auch des Landes Lebus waren. Diese förderten die Stadt
allerdings kaum noch sondern sorgten durch die Neugründung
Frankfurts dafür, dass Lebus rasch zur Bedeutungslosigkeit
herabsank und 1354 an den Bischof fiel. Der Bischofssitz wurde
schon 1276 nach Göritz verlegt, 1373 nach Fürstenwalde/Spree
wenn auch das Bistum den Namen Lebus bis zur Säkularisierung
beibehielt. Zum Niedergang von Lebus mag auch dessen Plünderung
durch eine vernutlich ca. 1000 bis 1500 Mann starke Abteilung
von Hussiten im April 1432 beigetragen haben. Die Plünderung
geschah nach der Schlacht bei Müllrose am 14. April 1432.
Der Begriff "Lebuser Land" lebt bis heute auch im Namen
der benachbarten polnischen Woiwodschaft Lebus (Woj. Lubuskie)
fort.
Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 wurde Lebus bei Kampfhandlungen
fast völlig zerstört und in den 1950/60er Jahren wieder
aufgebaut.
Lebus gehörte zu dem gleichnamigen Landkreis, welcher 1950
in Kreis Seelow umbenannt wurde und 1952 nach Abschaffung der
Länder in der DDR zum Bezirk Frankfurt (Oder) kam. 1990 wurde
der Kreis wieder Teil des neukonstituierten Landes Brandenburg.
Am 1. Juli 1992 schloss sich Lebus mit fünf weiteren Gemeinden
zur gemeinsamen Erledigung der Verwaltungsgeschäfte zum Amt
Lebus mit Verwaltungssitz in Lebus zusammen.
Im Zuge der Verwaltungsreform 1993 kamen Stadt und Amt Lebus
zum neugebildeten Landkreis Märkisch Oderland.
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