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Eduard Lasker
eigentlich Jizchak L., (* 14. Oktober 1829 in Jarotschin (Jarocin),
Provinz Posen; 5. Januar 1884 in New York) war ein preußischer
Politiker und Jurist.
Lasker war der Sohn des jüdischen Nagelfabrikanten Daniel
Lasker und seiner Frau Rebecca. Seine erste Schulbildung genoss
er durch Privatlehrer und auf einer Talmudschule in Ostrowo. Mit
13 Jahren besuchte er ab 1842 das Gymnasium in Breslau. In der
Gymnasialzeit änderte er seinen Vornamen in Eduard. Nach
Erreichen des Abiturs 1847 begann er noch im selben Jahr Mathematik
und Philosophie an der Universität Breslau zu studieren.
Die Revolution 1848 erlebte Lasker in Wien. Ende des Jahres war
er aber wieder in Breslau an der Universität zu finden. Durch
die politischen Ereignisse beeinflusst, begann er jetzt, Jura
zu studieren. 1851 legte er sein Auskultator-Examen ab und zwei
Jahre später bestand er sein zweites Staatsexamen. Anschließend
ging er nach Großbritannien, wo er drei Jahre, bis 1856
lebte.
1857 kehrte er nach Deutschland zurück. Am Stadtgericht
in Berlin bestand Lasker sehr erfolgreich sein Staatsexamen; hatte
aber als jüdischer Staatsbürger keinerlei Chance, in
den Staatsdienst übernommen zu werden. Während dieser
Zeit trat Lasker publizistisch für die politischen Ideen
seines Freundes Heinrich Bernhard Oppenheim ein. Im Verfassungskonflikt
1865 bekam Lasker bei der Nachwahl ein Mandat im Preußischen
Abgeordnetenhaus.
Bis zu ihrer Spaltung 1866 war Lasker Mitglied der Deutschen
Fortschrittspartei. 1866 gehörte Lasker zusammen mit Karl
Twesten und Hans Victor von Unruh zu den liberalen Abgeordneten,
welche das Indemnitätsgesetz befürworteten. 1867 half
Lasker dann mit, die Nationalliberale Partei (NLP) mitzugründen.
Nach kurzem schon war Lasker der Führer des linksliberalen
Flügels dieser Partei. Er verkörperte für die öffentliche
Meinung die Idee des Parlamentes, dessen Macht er erweitern und
zum entscheidenden Faktor in der Politik machen wollte. Als 1879
diese Politik zusammenbrach, erinnerte die Frankfurter Zeitung,
das "Tintenfaß" der Nationalliberalen, an einen
Ausspruch Bambergers: Wer die Parlamente einsetzt, ehe das Reich
der Freiheit im Fundament gegründet ist, der bahnt nicht
dem Fortschritt, sondern dem Verrat den Weg. Lasker trennte sich
1880 von den Nationalliberalen, um gemeinsam mit anderen langjährigen
Weggefährten, insbesondere mit Heinrich Rickert und Ludwig
Bamberger, die Liberale Vereinigung zu gründen. Diese erzielte
vor allem in Preußen beachtliche Wahlerfolge und fusionierte
1884 mit der Deutschen Fortschrittsparteizur Deutschen Freisinnigen
Partei unter Eugen Richter und von Stauffenberg.
Obwohl er nicht zuletzt wegen seiner Herkunft immer stärker
angefeindet wurde (Antisemitismus), gelangen Lasker große
parlamentarische Erfolge in den Reichstagen des Norddeutschen
Bundes und Kaiserreiches und im Preußischen Abgeordnetenhaus.
Lasker klärte den Skandal um die Berliner Nordbahn maßgeblich
parlamentarisch mit auf. In den Wirtschaftsskandal um den Eisenbahnkönig
Bethel Henry Strousberg und die Gründer der Eisenbahngesellschaft
Fürst Putbus und Prinz Biron von Kurland waren auch mehrere
Politiker verwickelt - das brachte den an sich regierungsloyalen
Abgeordneten auch in Konflikt mit Otto von Bismarck, der es sich
zum Ziel machte, Lasker innerhalb der Nationalliberalen Partei
zu isolieren.
Ab 1875 erkrankte Lasker schwer und erlitt schließlich,
da er sich nach wie vor im politischen Geschäft aufrieb,
1883 einen völligen Zusammenbruch. Durch einen längeren
Aufenthalt in den USA wollte er sich auskurieren. Doch bereits
im Jahr darauf starb Eduard Lasker im Alter von 54 Jahren am 5.
Januar 1884 in New York.
Ein Kondolenzschreiben der amerikanischen Regierung wurde auf
Weisung Bismarcks nicht an den Reichstag weitergeleitet. Dennoch
würdigte er ihn in seinen Memoiren als "ehrlichen Gegner".
1901 wurde Eduard Lasker auf dem jüdischen Friedhof an der
Schönhauser Allee in Berlin bestattet. Dort ruht er zusammen
mit Ludwig Bamberger in einem Ehrengrab.
Eine seiner wichtigsten Errungenschaften ist wohl die Lex Miquel-Lasker,
welche er als nationalliberaler Abgeordneter zusammen mit Johannes
von Miquel schließlich 1873 durchsetzen konnte. Es weitete
die Gesetzgebungskompetenzen des Reiches unter anderem auf das
gesamte bürgerliche Recht aus und bereitete so maßgeblich
den Weg für die einheitliche Zivilgesetzgebung des Bürgerlichen
Gesetzbuches (BGB).
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