Karl-Marx-Allee - Berlin-Friedrichshain - Xhain.info

Karl-Marx-Allee

Karl-Marx-Allee

10243 Berlin

Friedrichshain

 

Die Karl-Marx-Allee, benannt nach dem kommunistischen Theoretiker und Ökonomen Karl Marx, ist eine bedeutende Straße in den Berliner Bezirken Mitte (Hausnummern 1-52, Postleitzahl 10178) und Friedrichshain-Kreuzberg, Ortsteil Friedrichshain (Hausnummern ab 53, Postleitzahl 10243). Die Allee hieß erst Große Frankfurter Straße, wurde am 21. Dezember 1949 (70. Geburtstag Stalins) in Stalinallee und am 13. November 1961 in Karl-Marx-Allee umbenannt.


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Sie führt vom Alexanderplatz über den Strausberger Platz bis zum Frankfurter Tor, wo sie in die Frankfurter Allee übergeht. Sie ist Teil der Bundesstraße 1, die Berlin von Küstrin-Kietz in Richtung Magdeburg durchquert, sowie der B 5, die von Frankfurt (Oder) aus kommend nach Hamburg weiterläuft. Unterirdisch verläuft die U-Bahnlinie 5 vom Alexanderplatz nach Hönow. Wichtige Querstraßen in Friedrichshain sind die Lichtenberger Straße, Koppenstraße, und die Straße der Pariser Kommune. Die Wohnbauten, die sich vom Strausberger Platz bis über das Frankfurter Tor hinaus in die Frankfurter Allee erstrecken, waren als Arbeiterpaläste konzipiert und sollten die Stärke und Ingenieurskunst der DDR repräsentativ darstellen. (weiterlesen)
   
Adressen in der Karl-Marx-Allee nach Hausnummern (Seite kostenlos eintragen)
   
86  
Rossmann Drogeriemarkt
Handel - Friedrichshain-Kreuzberg
   
93a  
Computerspielemuseum
Museen in Friedrichshain-Kreuzberg
   
   

Karl-Marx-Allee/ Alexanderplatz
Karl-Marx-Allee (Blickrichtung Alexanderplatz)
Karl-Marx-Allee/ Alexanderplatz
Karl-Marx-Allee, Blickrichtung Alexanderplatz
   
U-Bahnhof Schillingstraße (U5) Südseite
U-Bahnhof Schillingstraße (U5) Nordseite
U-Bahnhof Schillingstraße (U5) Südseite
U-Bahnhof Schillingstraße (U5) Nordseite
   
Kino International
Café Moskau
Kino International
Café Moskau
   
Karl-Marx-Allee, Blickrichtung Strausberger Platz
Strausberger Platz, Blickrichtung Osten
Karl-Marx-Allee, Blickrichtung Strausberger Platz
Strausberger Platz
   
Kino Kosmos
Alfred-Döblin-Büste (Gestohlen im Sommer 2010)
Kino Kosmos
Alfred-Döblin-Büste (Gestohlen im Sommer 2010)
   
Biermeile
Frankfurter Tor
Biermeile
Frankfurter Tor
   
   

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Geschichte

17. Juni 1953

Besondere Bedeutung erlangte die Straße beim Volksaufstand in der DDR am 17. Juni 1953. Die Arbeiter auf den Großbaustellen der damaligen Stalinallee begannen am 16. Juni mit Streiks gegen die vom Zentralkomitee der SED angeordnete allgemeine Erhöhung der Arbeitsnormen. Die Demonstrationen breiteten sich schließlich in großen Teilen der Stadt aus und setzten sich in der gesamten DDR fort.


1. Phase: Laubenganghäuser

Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte der Architekt Hans Scharoun ein Konzept für die völlige Neugestaltung ganz Berlins entwickelt, den sogenannten Kollektivplan, der eine rigorose Neuaufteilung und Dezentralisierung der Stadt vorsah, dazu eine lockere Bebauung mit viel Grün zwischen den einzelnen Wohneinheiten. Im besonders stark zerstörten Stadtbezirk Friedrichshain, im sowjetisch verwalteten Ostteil der Stadt sollte der Plan erstmals großflächig realisiert werden. 1949 baute man einige Laubenganghäuser, die auf Scharouns Vorstellungen zurückgingen (Karl-Marx-Allee 102-104 und 126-128). Dann wurde der Kollektivplan außer Kraft gesetzt, die Ideen, die ihm zugrunde lagen, galten fortan als elitär und westlich-dekadent. Die Laubenganghäuser blieben isolierte Objekte in einer völlig anders gearteten städtebaulichen und architektonischen Umgebung. Maßstab für das repräsentative Bauvorhaben der Ende 1949 gegründeten DDR wurde nun die sowjetische Monumentalarchitektur - es entstand die Stalinallee.


2. Phase: Sozialistischer Klassizismus (Stalin-Stil)

Zur Vorbereitung reiste eigens eine Delegation nach Moskau, Kiew, Stalingrad (heute Volgograd) und Leningrad (heute St. Petersburg), um den Städtebau der UdSSR zu untersuchen. Den ersten Preis bei dem 1951 ausgeschriebenen Gestaltungswettbewerb für die Allee bekam Egon Hartmann. Obwohl er die städtebaulich beste Lösung anzubieten schien, wurde dann doch zusammen mit den anderen vier Gewinnern der Ausschreibung, Richard Paulick, Hanns Hopp, Karl Souradny und Kurt Leucht der endgültige Bebauungsplan ausgearbeitet, zu dem auch der Moskauer Architekt Alexander W. Wlassow und Sergej I. Tschernyschew, der Vizepräsident der Akademie für Architektur, einen Beitrag leisteten. Die daraus entstandene Bebauung ähnelt stilistisch der Lomonossow-Universität in Moskau und dem Kulturpalast in Warschau. Bereits ab 1952 entstand in unmittelbarer Nähe zur Karl-Marx-Allee das Hochhaus an der Weberwiese nach Plänen von Hermann Henselmann, das für die Architektur der Straße stilprägend wurde.

Die monumental breite Straße war ausdrücklich nicht nur für den städtischen Verkehr, sondern für Aufmärsche und Paraden vorgesehen und zieht sich kilometerlang schnurgerade hin, gesäumt von groß dimensionierten Wohnblöcken. Die Fassaden erhielten - unter dem ideologisch gefärbten Schlagwort vom Historischen Erbe - einen erheblichen Anteil von Stilelementen des Berliner Klassizismus, einer Epoche also, die mehr als 120 Jahre zurücklag; an vielen Stellen finden sich Zitate antiker Einzelformen, dorische oder ionische Säulen etwa, Ziergiebel mit Architrav und Fries usw. - Dies alles stand in scharfem Gegensatz zu einem anderen Großprojekt, das nahezu zeitgleich in Westberlin begonnen und durchgeführt wurde: dem Wiederaufbau des ebenfalls weitgehend zerstörten Hansaviertels. Im Rahmen einer internationalen Bauausstellung versuchten sich namhafte Architekten an eben jenem Konzept des lockeren, durchgrünten Städtebaues mit modern gestalteten Einzelbauten, das so ähnlich auch Scharoun vertreten hatte. Hier fand nicht nur ein Richtungsstreit von Stadtplanern und Architekten statt, sondern darüber hinaus ein Wettstreit der politischen Systeme.

Außer von den Laubenganghäusern wird das Ensemble der Karl-Marx-Allee unterbrochen durch zwei Blocks von Plattenbauten, die sich zwischen Andreasstraße und Koppenstraße befinden. Hier stand auf der einen Seite ursprünglich die monumentale Sportwettkampfhalle, die für die III. Weltfestspiele der Jugend und Studenten in nur 148 Tagen 1951 errichtet wurde. Die kurze Bauzeit sollte sich rächen. 1968 wurde die Halle wegen Bauschäden gesperrt und 1971 abgerissen. Ihr gegenüber befand sich das 4 Meter 80 hohe Denkmal Stalins, das am 3. August 1951 enthüllt wurde. Nach der Entstalinisierung wurde das Denkmal über Nacht im Spätherbst 1961 abgerissen.

Eine weitere Unterbrechung stellt das nahe der Kreuzung zur Warschauer Straße gelegene Kino Kosmos dar. Es wurde nach Plänen des Architekten Josef Kaiser 1961/62 erbaut und liegt inmitten einer Grünanlage. Mit 1.001 Plätzen war es das größte Filmtheater Ostberlins. Von 1998 bis Ende Juli 2005 befand sich hier ein von der Ufa betriebenes Multiplex-Kino für 3.400 Zuschauer, nun soll das Gebäude als Diskothek weitergeführt werden.


3. Phase: Plattenbauten

Entgegen den ursprünglichen Plänen wurde die Straße nicht bis hin zum Alexanderplatz einheitlich bebaut. Ein wesentlicher Grund hierfür waren die hohen Baukosten der repräsentativen Arbeiterpaläste. Ab dem Strausberger Platz bis hin zum Alexanderplatz wurden deshalb im Gegensatz zum prachtvollen Zuckerbäckerstil schlichte große Plattenbauten errichtet, die großzügig aufgestellt sind, mit weiten Grünflächen zur Straße und zwischen den Blöcken. Die markantesten Bauwerke dieses Ensembles sind das Café Moskau und das Kino International. Mittlerweile wohnen dort auch bekannte DJs wie Karsten Sawade und andere Kiezgrößen.


Nach der Wiedervereinigung

Die Wohnbauten entlang der Karl-Marx-Allee wurden nach der Wiedervereinigung an unterschiedliche Investoren verkauft und meist aufwändig saniert. Heute erfreuen sich die Wohnungen großer Beliebtheit und bilden nach außen ein harmonisches Bild, das am Frankfurter Tor mit zwei Kuppeltürmen seinen Abschluss findet. Das Gesamtbild der Straße wird gestört durch die meist maroden, oft schon demontierten Straßenlaternen. Eine schrittweise Sanierung der zum Kulturdenkmal gehörenden Leuchten ist voraussichtlich ab 2006 geplant. Eine Rückbenennung in Große Frankfurter Straße wird seit 1990 diskutiert.


Berliner Bierfestival

Jedes Jahr im August findet auf der Karl-Marx-Allee die Berliner Biermeile statt.

 

 

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