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Hedwig Wachenheim (* 27. August 1891
in Mannheim; 8. Oktober 1969 in Hannover) war eine deutsche
Sozialpolitikerin, die sich bereits in jungen Jahren politisch
engagierte.
Beruflicher Werdegang: Gegen den Willen ihrer Mutter (der Vater
starb, als Hedwig sieben Jahre alt war) studierte sie (1912-1914)
an der Sozialen Frauenschule von Alice Salomon in Berlin. 1914-1915
arbeitet sie als Fürsorgerin in Mannheim und kehrt 1915 nach
Berlin zurück. Dort arbeitet sie 1916-1917 als Angestellte
in der Kommission des Nationalen Frauendienstes Berlin und von
1917-1919 als Leiterin einer Beschwerdestelle ("Saure Milch
Wachenheim") in der Berliner Milchversorgung. Von 1919 bis
1922 arbeitet sie in der Reichszentrale für Heimatdienst
("Vorläuferinstitution" der Bundeszentrale für
politische Bildung) und von 1922-1933 als Angestellte und später
als Regierungsrätin in der Reichsflmprüfstelle Berlin.
Nach ihrer Emigration 1933 belegt sie zuerst in Frankreich Vorlesungen
an der Sorbonne und nach ihrer Ausreise nach England 1935 Vorlesungen
an der London School of Economics. Noch 1935 emigriert sie weiter
in die USA und lebt dort von Forschungsauftraägen für
die New School of Social Reseach und von publizistischer Tätigkeit,
wie für die Zeitschrift Feoreign Affairs. 1938 Erwirbt sie
die US-Staatsbürgerschaft. 1946 kehrt sie nach Deutschland
zurück und arbeitet bis 1949 als Mitarbeiterin der Wohlfahrtsabteilung
der US-Militärregierung in Stuttgart und bis 1951 als Mitarbeiterin
der Wohlfahrtsabteilung des US-High-Commissioner in Frankfurt/Main.
Danach kehrt sie in die USA zurück und arbeitet mit einem
Stipendium der University of California, Berkeley, an ihrem wissenschaftlichen
Hauptwerk zur deutschen Arbeiterbewegung bis 1914, das 1967 erscheint.
Politischer Werdegang: 1913 verlobt sie sich mit dem sozialdemokratischen
Reichstagsabgeordneten Ludwig Frank und tritt 1914 in die SPD
ein. Nach einer kurzen Zeit als Mitglied des Berliner SPD/USPD
Magistrats 1919 wird sie Berliner Stadtverordnete und zieht 1928
als Abgeordnete von Frankfurt/Oder in den Preussischen Landtag
ein, dem sie bis 1933 angehört. 1933 emigriert sie aus politischen
Gründen und engagiert sich ab 1935 in den USA in der Exilorganisation
deutscher Sozialdemokraten "German Labor Delegation".
Im Rahmen dieser Arbeit setzte sie sich besonders für die
Einreise von durch die Nationalsozialisten verfolgten Menschen
ein.
Ihr Engagement für die Arbeiterwohlfahrt: Im Jahr 1919 war
sie Mitbegründerin der Arbeiterwohlfahrt und ab diesem Zeitpunkt
Mitglied des Hauptausschusses (Schriftführerin). Ab 1926
ist sie Schriftleiterin der Zeitschrift "Arbeiterwohlfahrt"
und ab 1928 Leiterin der Wohlfahrtsschule der Arbeiterwohlfahrt.
Links:
Hedwig-Wachenheim-Gesellschaft
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