Glatzer Straße - Berlin-Friedrichshain - Xhain.info

Glatzer Straße

Glatzer Straße

10247 Berlin

Friedrichshain

 

Die Glatzer Straße (Postleitzahl 10247) ist eine Straße im Berliner Stadtteil Friedrichshain und damit im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg. Sie verläuft von der Weserstraße bis zur Boxhagener Straße und ist Teil des Südkiezes. Benannt ist die Straße nach der Stadt Glatz.


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Glatzer Straße (Blickrichtung Boxhagener Straße)
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Glatzer Straße (Blickrichtung Boxhagener Straße)
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Gedenktafel für Werner Seelenbinder (Hausnummer 6b)
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Geschichte der Stadt Glatz

Die Geschichte der Stadt Glatz und ihrer politischen und kirchlichen Zugehörigkeit ist eng verbunden mit der Geschichte der Grafschaft Glatz.

Glatz wird erstmalig 981 bei dem böhmischen Chronisten Cosmas von Prag als castellum Kladsko erwähnt. Auf dem für Verteidigungszwecke gut geeigneten felsigen Hügel am linken Neißeufer errichtete der Böhmenfürst Slavnik, Vater des Heiligen Adalbert, eine gegen Polen gerichtete hölzerne Burg. Diese Burg und der dazugehörige tschechische Marktflecken Kladsko wurden im Streit zwischen Böhmen und Polen mehrmals belagert und zerstört. Nachdem Glatz 1114 kurzfristig an Polen geriet, ließ Sobeslav von Böhmen 1129 die Burg noch stärker befestigen, um die wichtige Straße Prag–Nachod–Glatz–Breslau zu sichern. Mit dem 1137 abgeschlossenen Pfingstfrieden von Glatz wurden die Streitigkeiten beendet und die Zugehörigkeit zu Böhmen festgelegt.

Im 12./13. Jahrhundert wurde Glatz durch deutsche Siedler, die vom böhmischen König Ottokar II. Premysl ins Land gerufen wurden, Mittelpunkt des bedeutenden und aufstrebenden Glatzer Landes. Unterhalb des Burgberges wurde eine ummauerte Stadt angelegt, die bereits 1114 als urbs (Stadt) bezeichnet wird. Die Marienkapelle auf dem Schlossberg ist für 1194, das Hospital der Johanniter für 1183 und die nordwestlich der Burg gelegene Wenzelskirche für 1184 urkundlich belegt. Die deutsche Namensform Glatz wird erstmals für das Jahr 1223 nachgewiesen. 1275 war Glatz eine Stadt nach Magdeburger Recht. 1334 erwarb die Stadt die städtische Vogtei und damit eine eigene Gerichtsbarkeit.

Schon im 14. Jahrhundert war die Handwerkerschaft im Rat der Stadt vertreten. Von Bedeutung waren um diese Zeit die Tuchmacherei, die Leinweberei, verschiedene weitere Handwerke, die Bierproduktion und der Handel. Ihre herausragende Stellung zeigt sich darin, dass ihr bis ins 15. Jahrhundert alle anderen Städte des Glatzer Landes hinsichtlich der Abgaben und Dienstleistungen unterstellt waren.

In den Hussitenkriegen konnte sich Glatz verteidigen und blieb von Zerstörungen weitgehend verschont. Nachdem 1454 der böhmische König Georg von Podiebrad das Glatzer Land erworben und es 1459 zur Grafschaft erhoben hatte, wurde Glatz Hauptstadt der gleichnamigen Grafschaft. Sein Sohn, Herzog Heinrich der Ältere von Münsterberg, erster regierender Graf von Glatz, verlegte seinen Wohnsitz in die Stadt Glatz und baute die Burg zu einem Schloss um.

Während der Reformation war Glatz ein Zentrum der Lehre Schwenckfelds und anderer Sekten. Im 16. Jahrhundert hob der böhmische König Ferdinand I. den Rechtszug nach Magdeburg auf und machte Prag zum Oberhof für die Glatzer Städte.

Nachdem der Rat der Stadt Glatz die Wahl des Winterkönigs Friedrich von der Pfalz anerkannt und auch nach der Schlacht am Weißen Berge zu ihm gehalten hatte, wurde die Stadt 1622 von den kaiserlichen Truppen besetzt. Es folgten Strafmaßnahmen gegen die Anführer und der Entzug von Privilegien. Während des Dreißigjährigen Krieges wurden 930 der damals 1300 Gebäude zerstört. Zu den Verwüstungen kam 1635 eine Pestepidemie, der 4000 Einwohner zum Opfer fielen, so dass die Stadt weitgehend entvölkert war. Auch 1680 wütete eine Pestepidemie, die 1500 Tote zur Folge hatte.

Während der Schlesischen Kriege wurde Glatz mehrmals belagert und erobert und fiel 1742 und endgültig nach dem Hubertusburger Frieden 1763 an das Königreich Preußen. Von den Kriegszerstörungen erholte sich die Stadt – trotz der wirtschaftlichen Maßnahmen Friedrichs des Großen – nur langsam, war jedoch Ende des 18. Jahrhunderts ein wichtiges Handwerks- und Handelszentrum.

In den Napoleonischen Kriegen konnte Glatz durch Friedrich Wilhelm Graf von Götzen verteidigt werden und blieb unbesetzt.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stieg die Bevölkerungszahl durch neu erschlossene Baugebiete deutlich an. Gleichzeitig verlor die Festung ihre militärische Bedeutung und wurde als Gefängnis für politische Gefangene genutzt. Glatz blieb jedoch Garnisonsstadt. Die Verkehrserschließung durch die Eisenbahn (1874 nach Breslau, 1875 nach Mittelwalde, 1880 nach Waldenburg, 1890 nach Rückers, 1902 nach Bad Reinerz und 1905 nach Bad Kudowa) hatte einen bedeutenden wirtschaftlichen Aufschwung zur Folge.

Als Folge des Zweiten Weltkriegs fiel Glatz 1945 – wie ganz Schlesien – an Polen und wurde in Klodzko umbenannt. Die deutsche Bevölkerung wurde vertrieben. Die neuen Bewohner waren ihrerseits zum großen Teil Heimatvertriebene aus Ostpolen, das an die Sowjetunion abgetreten werden musste.

Wirtschaftliche Schwerpunkte sind heute Handel, Metallindustrie und der Dienstleistungssektor.

 

teilweise aus Wikipedia,
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