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Franz Xaver Gabelsberger
Franz Xaver Gabelsberger (* 9. Februar 1789 in München;
4. Januar 1849 in München) war der Erfinder des flüchtigen
(grafischen oder kursiven) Kurzschriftsystems und damit des Vorläufers
der heute gebräuchlichen Deutschen Einheitskurzschrift.
Franz Xaver Gabelsberger, dessen Vater, ein Blasinstrumenten-Hersteller
aus München, früh starb, kam in eine Klosterschule und
schloss diese mit dem Abitur ab. Da es an den erforderlichen Mitteln
fehlte und Gabelsberger zudem gesundheitlich nicht dazu in der
Lage war, konnte er nicht studieren. Aus diesem Grund ging er
in den bayerischen Staatsdienst und wurde dort bereits mit 21
Jahren Kanzlist. Seinen Vorgesetzten waren seine ausgesprochen
schöne Handschrift und seine Fertigkeiten in der Kalligrafie
und Lithografie aufgefallen. Gabelsberger bemerkte bald, dass
es an einem Schriftsystem mangelte, mit dem man schnell schreiben
und sich damit die Arbeit erleichtern konnte.
Im Alter von 28 Jahren begann er dann sein System zu entwickeln.
Durch die Einrichtung von Parlamenten in den süddeutschen
Monarchien, die von Napoleon geschaffen worden waren (Baden, Bayern
und Württemberg) wurde eine Kurzschrift benötigt. Das
System von Gabelsberger setzte sich in diesem Bereich und in der
Folge auch in den Verwaltungen rasch durch. So wurde Gabelsberger
der erste Stenograf des Bayerischen Landtags. Rasch wurde sein
System auch in den meisten anderen Parlamenten eingeführt.
Gabelsberger, inzwischen zum Ministerialsekretär aufgestiegen,
bekam von der Akademie der Wissenschaften in München bescheinigt,
dass sein System durchaus originell und bei hinreichender
Kürze geläufiger, zuverlässiger und lesbarer als
jede frühere anzusehen sei.
Die bayerische Abgeordnetenkammer gewährte Gabelsberger
in der Folge jährlich tausend Gulden, von denen er die Hälfte
für sich, die andere Hälfte zur Förderung seiner
Stenoschüler zu verwenden hatte. Im Jahre 1834 veröffentlichte
er sein Kurzschriftsystem. Er verbesserte sein System immer weiter,
gab auch Unterrichtsmaterialien heraus und unterrichtete seine
Schüler. 1843 folgte eine weitere Schrift. Das in der Werkliste
verzeichnete Silbenlexikon ist in Bibliotheken nicht mehr auffindbar.
1849 traf ihn auf einer Straße in München ein Schlaganfall,
an dessen Folgen er starb.
Sein System wurde Grundlage für die heute genutzten kursiven
Stenografiesysteme sowohl im deutschen Sprachraum als auch in
weiten Teilen Ost- und Nordeuropas.
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