Stralauer Dorfkirche - Berlin-Friedrichshain - Xhain.info
 
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Dorfkirche Stralau - Evangelische Kirchengemeinde Boxhagen-Stralau


Tunnelstraße 5-11, 10245 Berlin

Die Dorfkirche Stralau in Berlin-Stralau wurde 1464 fertiggestellt und am Bartholomäustag (24. August) geweiht. Sie ist die älteste Kirche des Ortsteils Friedrichshain im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg und wird von der Kirchengemeinde Boxhagen-Stralau genutzt. Die Gemeinde gehört zum Evangelischen Kirchenkreis Berlin Stadtmitte der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO), die eine Gliedkirche der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist. Zum Jahresende 2009 hatte die Gemeinde, in deren Besitz sich auch die Offenbarungskirche in der Simplonstraße befindet, 5703 Mitglieder.

Die Kirche steht am Ende der Landzunge, auf der Stralau liegt, zwischen der Spree und dem Rummelsburger See. Ihr wuchtiger, weithin sichtbarer neugotischer Glockenturm befindet sich an der Westseite und entstand 1823/24 nach Plänen des Architekten Friedrich Wilhelm Langerhans. Auch sonst hat das Gotteshaus in der langen Zeit seines Bestehens erhebliche Veränderungen erfahren. Von seiner ursprünglichen Gestalt ist nur noch das einschiffige Langhaus mit dem fünfeckigen Chor vorhanden.

In den Jahren von 1936 bis 1938 wurde die Kirche unter Beibehaltung der überlieferten Formen umfassend erneuert und eine Vorhalle hinzugefügt. Die Windfahne des Turms mit dem Berliner Wappenbären und der Jahreszahl 1737 steht seitdem auf dem Chordach. Das Kreuzrippengewölbe des Kirchenschiffes stürzte bei einem Bombenangriff während des Krieges ein. Bis 1949 konnte das Kirchenbauwerk jedoch wieder hergestellt werden. Der Kirchturm hat allerdings seitdem eine leichte Neigung, weil ein Bombentrichter unsachgemäß verfüllt worden war und der Boden nachgab. Die kleinste der drei Glocken im Turm gehört noch zur ursprünglichen Ausstattung; sie trägt die Inschrift „Andreas Kepfel aus Lutringen gos mich MDVL (1545)“.

Die Konsolen für die Abstützung der Birnstabrippen des Gewölbes zeigen originelle figürliche Darstellungen, die in benachbarten märkischen Landstrichen auch „Hussitenköpfe“ oder „Wendenfratzen“ genannt werden. In zwei Fenstern sind die Reste spätgotischer Glasmalerei zu sehen, die einzigen ihrer Art in Berlin.

Der ebenfalls spätgotische Flügelaltar ist erst seit 1962 in der Kirche; der mittlere Schrein mit drei großen Schnitzfiguren ist um 1500 entstanden und stammt aus Massen bei Finsterwalde in der Niederlausitz. Aus dem Märkischen Museum wurde die spätgotische achteckige Kalksteintaufe in Pokalform zurückgeholt; sie ist mit Kerbschnittornamenten verziert und ist wahrscheinlich älter als die Kirche.

 

Links:

Evangelische Kirchengemeinde Boxhagen-Stralau

 

Literatur:

Kurt Pomplun: Berlins alte Dorfkirchen

Dorfkirche Stralau
Tafel an der Dodrfkirche Stralau

 

 

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