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Kirchengeschichte und Architektur
- Bau und Gestaltung 1892 bis 1895
Die Auferstehungskirche in der Friedenstraße 84 wurde zwischen
1892 und 1895 mit Benutzung einer von Hermann Blankenstein aufgestellten
Skizze und dem Gesamtentwurf durch den Regierungsbaurat August
Menken erbaut. Die Kirche wurde gebraucht, um die Tochtergemeinde
St. Markus aufzunehmen, und erhielt ihren Namen durch ihre Lage
auf dem ehemaligen Armenfriedhof.
Die Kirche wurde als dreischiffiger Hallenbau mit eisernen Säulen
und balkonartig vortretenden Emporen gebaut. Das Gebäude
stellt einen Mauerwerkbau dar, der mit hellrotem Klinker, braunen
Formsteinen und Glasurziegeln verblendet wurde.
Der Eingangsbereich ist bis heute nach Westen gerichtet, über
ihm erhob sich der hohe viereckige Turm. An ihn schlossen sich
im unteren Geschoss zwei Säle für den Kirchenrat und
die Konfirmanden, sowie ein Achteckturm und Treppenraum mit Treppen
zu den Emporen an. Den Chorraum umschloss ein schmaler Umgang,
an den zwei halbachteckige Ausbauten mit schmaler Vorhalle dazwischen
anschlossen.
Grundriss
Die Ausgestaltung des Backsteinbaues zeigt romanische Stilformen
mit Anlehnung an norddeutsche Vorbilder durch Formsteine und Glasuren
bereichert und in Verbindung mit einem Strebepfeilersystem. Zugleich
wurde jedoch am Rundbogenstil der Berliner Schule festgehalten,
der in der Folge nur noch von wenigen Architekten aufgegriffen
wurde. Die einzelnen Gewölbefelder der Seitenschiffe erhielten
Satteldächer mit Giebeln. Das gleiche Giebelmotiv findet
sich auch an dem im halben Achteck schließenden Chor, den
ein Zeltdach mit kleinem Dachreiter abschließt. Auch im
Innern waren Pfeiler, Bögen, Rippen, Ecken aus Backstein
und reiche ornamentale Malereien bedeckten die Wand- und Gewölbeflächen.
Die Kanzel bestand aus Kalkstein, der Taufstein aus Marmor mit
Messingdeckel. Die Kirche enthielt 1500 Sitzplätze, von denen
500 auf die Empore kamen. Das Schiff war im Innern 31 m lang und
21,50 m breit; die äußeren Abmessungen betragen 56
in der Länge und 32 m in der Breite; der Turm war 76 m hoch.
- Zerstörung und Wiederaufbau
Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Kirche zu großen
Teilen zerstört, nur der Turm ohne Turmspitze sowie einige
der Neben- und Anbauten blieben erhalten und konnten später
beim Wiederaufbau der Notkirche und des Gemeindesaals als Ansätze
dienen. Am 14. Mai 1961 wurde die vollständig von dem ursprünglichen
Kirchenbau abweichende neue Kirche eingeweiht. Der Innenraum enthielt
weder Emporen noch sonstigen Schmuck, sondern lediglich ein buntes
Altarfenster, welches 1959 von Inge Pape gefertigt wurde.
Bis zur Wende hatte sich der Zustand des Gebäudes wieder
verschlechtert. Fenster im Kirchensaal waren zerstört, die
Heizung funktionierte nicht mehr. Zwischen 2000 und 2002 erfolgte
eine Restaurierung auf der Basis des mittlerweile als Kulturdenkmal
ausgewiesenen Kirchenbaus. Das Hauptgebäude erhielt einen
modernen Anbau aus Glas und Stahl sowie ein Flachdach. Durch den
Anbau wurden die ursprünglichen Proportionen der Kirche wieder
hergestellt. Auf eine Turmspitze für den quadratischen Turm
wurde verzichtet. Bei der Neugestaltung der Kirche spielten ökologische
Aspekte eine große Rolle. So verfügt das Gebäude
über ein Blockheizkraftwerk, eine Photovoltaikanlage, Solarfassaden
und Lehmputzwände.
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