Straße Am Comeniusplatz - Berlin-Friedrichshain - Xhain.info

Am Comeniusplatz

Am Comeniusplatz

10243 Berlin

Friedrichshain

 

Der Comeniusplatz (Postleitzahl 10243) in Berlin-Friedrichshain (Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg) liegt zwischen der Gubener Straße, der Torellstraße, der Marchlewskistraße und der Straße Am Comeniusplatz. Benannt ist der Platz seit 1904 nach dem tschechischen Theologen und Pädagogen Johann Amos Comenius.


Größere Kartenansicht
   
Adressen in der Straße Am Comeniusplatz nach Hausnummern (Seite kostenlos eintragen)
   
1  
Feuer und Flamme - Das Fonduerestaurant
Gastronomie in Friedrichshain-Kreuzberg
   
   
Comeniusplatz
Comeniusplatz
   
Comeniusplatz
Verbotsschild Comeniusplatz
   
   

Johann Amos Comenius

Johann Amos Comenius, manchmal auch Komenius, eigentlich tschechisch Jan Amos Komenský (* 28. März 1592 in Südostmähren (?); † 15. November 1670 in Amsterdam) war ein Philosoph, Theologe und Pädagoge.

Geboren wurde Comenius in Ostmähren, der genaue Geburtsort (Nivnice, Uherský Brod oder Komna) ist nicht sicher bekannt. Sein Vater, der früh verstarb, war Mitglied der Gemeinde der Böhmischen Brüder, einer evangelischen freikirchlichen Gemeinschaft, die am Vorabend des Dreißgjährigen Krieges noch unter dem Schutz des Majestätsbriefes Rudolfs II. stand und eine verhältnismäßig tolerante Behandlung erfuhr. Nachdem auch die Mutter und die Schwestern gestorben waren, wurde Comenius von Verwandten aufgezogen.

Von 1608 bis 1611 besuchte er das Gymnasium der Brüdergemeine in Prerov (Prerau), wo er auch den Beinamen Amos annahm. Ab 1611 studierte er Theologie an der calvinistischen Universität Herborn, ab 1613 dann an der Universität Heidelberg. An beiden schrieb er sich unter dem Namen Nivanus bzw. Nivnicensis (d. h. von Nivnice) ein, der Name Komenský (den schon sein Vater trug) tauchte erst 1623 und seine lateinische Form Comenius erst 1627 auf.

Da die Mittel für eine Promotion in Heidelberg fehlten, kehrte er zurück nach Mähren und wirkte 1614-1617 als Rektor und Lehrer an der Brüderschule in Prerau. 1616 wurde er zum Pfarrer der Brüdergemeinde ordiniert. 1618-1621 war er Vorstand der Brüder in Fulnek. Während dieser Zeit heiratete er seine erste Frau, Magdalena Vizovska, eine Verwandte des Bischofs der Brüdergemeinde, seines Förderers Lanecius. Als in der Schlacht am Weißen Berg (1620) die protestantischen böhmischen Stände der katholischen Liga unterlagen, setzte die Verfolgung aller nichtkatholischen Konfessionen ein.

Comenius versteckte sich an wechselnden Orten im Grenzgebiet Mährens, während seine Frau mit seiner Tochter in Fulnek blieb und dort eine zweite Tochter zur Welt brachte. Nachdem Fulnek gebrandschatzt wurde, kamen seine Frau und beide Töchter 1622 durch die Pest ums Leben. Comenius selber fand zunächst für einige Jahre Zuflucht bei Karl von Zierotin auf dessen Gütern in Böhmen. Während dieser Zeit heiratete er 1624 seine zweite Frau, Dorothea Cyrillova, die Tochter eines der vier Ältesten der Brüdergemeine. Aus dieser Verbindung stammten drei Töchter und ein Sohn.

Nach vorübergehenden Aufenthalten in Görlitz, Berlin und Holland und erneuter Rückkehr nach Mähren musste er 1628 mit seiner Familie das Land endgültig verlassen und fand mit Tausenden anderen Vertriebenen im polnischen Lissa ein Exil, wo sie einen eigenen Stadtteil mit eigenem Bildungswesen aufbauten und Comenius für die nächsten Jahre als Lehrer am Gymnasium der Gemeinde ein dürftiges Auskommen fand. Während dieser literarisch höchst produktiven Periode erwarb sich Comenius Ansehen bei den Philosophen und Intellektuellen in ganz Europa bis hin nach Nordamerika. Auf Einladung von Samuel Hartlib unternahm er 1641-1642 eine Reise nach England und stellte dort seine Pansophie vor.

1642 begab er sich auf Einladung des dänischen Industriellen Louis de Geer über die Niederlande - wo er mit Descartes zusammentraf - nach Deutschland und Schweden und ließ sich dann in dem von Schweden kontrollierten Elbing nieder, wohin er auch seine Familie aus Lissa holte. Ab 1644 war er Professor des Elbinger Gymnasiums und unternahm mehrere Reisen nach Deutschland und Schweden. 1648 kehrte er nach Lissa zurück, im selben Jahr verstarb seine zweite Frau. Ebenfalls 1648 wurde er zum ersten Bischof der Brüdergemeine ernannt und 1649 ging er in Lissa mit Johanna Gajusova seine dritte Ehe ein.

1650 fuhr er dann auf Einladung der in Siebenbürgen regierenden Rákóczis (mit zahlreichen Aufenthalten in Mähren und der Slowakei) nach Sárospatak (damals zu Siebenbürgen gehörend). In Sárospatak war er mit der Reformierung der fürstlichen lateinischen Schule beauftragt. Nach dem Tod des Fürsten Sigismund Rákóczi (1652) musste Comenius allerdings Siebenbürgen wieder verlassen und kehrte 1654 über die Slowakei und Schlesien nach Lissa zurück, wo er bis zur Zerstörung der Stadt durch polnische Soldaten im Jahr 1656 blieb.

Danach lebte er bis zu seinem Tode in Amsterdam. Hier unterrichtete er einige Jahre seinen Enkel Johann Theodor Jablonski, den späteren Verfasser des Allgemeinen Lexikons der Künste und Wissenschaften. Gestorben ist er entweder am 15. oder am 25. November; der 15. ist wahrscheinlicher (der Unterschied ergibt sich daraus, dass in der Gegend damals sowohl der gregorianische als auch der julianische Kalender verwendet wurde). Sieben Tage später wurde er in Naarden begraben.

 

 

teilweise aus Wikipedia,
der freien Enzyklopädie
Wikipedia, die freie Enzyklopädie